Fernbusse: Nur drei bis vier Unternehmen überleben

Region RheinMain – Der Preiskrieg am Fernbus-Markt bringt den Unternehmen zwar Kunden aber keine Gewinne. Ein Experte sagt: Nach der Marktbereinigung folgt ein Anstieg bei den Ticketpreisen. Von Dirk Beutel
Wer sich auf dem hart umkämpften Fernbus-Markt durchsetzen will, braucht einen langen Atem. Vor allem finanziell. Das hat diese Woche ausgerechnet der Fernbus-Pionier „Dein Bus“ zu spüren bekommen. Das Offenbacher Unternehmen muss in die Insolvenz. Offizieller Grund: Überschuldung. Trotzdem gibt man sich nach außen hin optimistisch. Die Lohnfortzahlungen für die etwa 25 Mitarbeiter sind laut Insolvenzverwalter Christian Feketija gesichert. Er sagt: „Das Glas ist halbvoll.“ DeinBus half dabei, ein neues Reiseangebot zu etablieren, das den Mobilitätsmarkt in Deutschland grundlegend revolutioniert hat.
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Aber selbst finanzstarke Partner wie der ADAC ziehen sich aus dem Fernbus-Markt zurück: „Wir wollen uns neu ausrichten und uns auf unsere Kernkompetenzen konzentrieren“, sagt ADAC-Sprecher Jochen Oesterle.
Doch nicht nur die Finanzkraft, sondern auch die eigene strategische Positionierung beim Aufbau des Streckennetzes bestimmen den Erfolg. „Groß ist der Konkurrenzdruck auf den Hauptverbindungen zwischen großen und mittleren Städten“, sagt Fernbus-Experte Christoph Gipp der Berliner Beratungsgesellschaft IGES. Trotz aller Konkurrenz werde sich die Preisschraube an den günstigen Ticketpreisen drehen. Und zwar nach oben: „Das derzeitige Preisniveau ist im Sinne
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unternehmerischer Gewinne kritisch. Mittelfristig ist ein Anstieg des Preisniveaus zu erwarten.“ Derzeit bezahle ein Kunde im Schnitt vier Cent pro Kilometer. Der durchschnittliche Normalpreis betrage laut Gibb neun Cent pro Kilometer. So kann man keine Gewinne erzielen.
Nicht nur das: Die Zahl der konkurrierenden Unternehmen wird sich reduzieren: „Der Fernbus wird als Mobilitätsoption ein fester Bestandteil in Deutschland bleiben. Es ist aber zu erwarten, dass drei bis vier große Anbieter auf dem Markt übrig bleiben werden.“