Tat im Drogenrausch?

24-Jähriger tötet Großmutter und zwei Polizisten

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Polizeifahrzeuge sperren die B87 zwischen Oegeln und Beeskow ab. Hier wurden die zwei Polizisten überfahren und getötet. Foto: Patrick Pleul

Nach dem Fund einer getöteten Frau im brandenburgischen Müllrose gerät der Enkel unter Tatverdacht. Die Großfahndung nach dem 24-Jährigen endet tragisch - zwei Polizisten sterben bei dem Einsatz.

Müllrose (dpa) - Womöglich im Drogenrausch hat ein 24-Jähriger im brandenburgischen Landkreis Oder-Spree zunächst seine Großmutter und dann auf der Flucht zwei Polizisten getötet.

Die Beamten hatten auf einer Bundesstraße versucht, den Flüchtigen mit einem Nagelbrett zu stoppen, wie Polizeipräsident Hans-Jürgen Mörke in Potsdam berichtete.

"Der 24-Jährige hat jedoch mit seinem Auto voll auf die Polizisten draufgehalten, die sich auf dem Radweg neben der Straße in Sicherheit gebracht hatten", sagte Mörke. "Das zeigt, mit welcher Skrupellosigkeit und mit welcher Gewalt dort gehandelt wurde."

Nach Angaben von Innenminister Karl-Heinz Schröter waren die Beamten 49 und 52 Jahre alt. "Es waren sehr erfahrene Kollegen, die seit 1991 beziehungsweise seit 1995 im Dienst der Brandenburgischen Polizei waren", sagte der SPD-Minister.

Beide hinterließen jeweils eine Ehefrau und drei Kinder. "Wir werden alles tun, um das Leid der Familien zu lindern", versprach Schröter. "Aber wir können den entsetzlichen Vorfall nicht ungeschehen machen." Seit 1990 sei zuvor ein Polizist im Dienst ermordet worden, sagte der Minister. Im August 1995 wurde der 46-jährige Martin Heinze von einem Einbrecher erstochen.

Die Polizei war am Vormittag durch einen Notruf darauf aufmerksam gemacht worden, der 24-Jährige sei unter Drogen mit dem Auto in Müllrose unterwegs. Polizeipräsident Mörke verwies darauf, der Mann sei der Polizei bereits einschlägig bekannt gewesen und auch schon wegen Drogen in Erscheinung getreten.

Polizeibeamte schauten nach weiteren Hinweisen im Haus der Großmutter nach und fanden die 79-Jährige tot im Bad. "Die Situation deutete klar auf ein Tötungsverbrechen hin", sagte Mörke. Medienberichte, wonach die Frau Schnittverletzungen am Hals hatte, bestätigte er nicht.

Der 24-Jährige war kurz vor dem Auffinden der Leiche mit dem Auto seiner Großmutter geflüchtet. Daraufhin wurde sofort eine Großfahndung ausgelöst. Da es von Zeugen Hinweise auf eine Freundin des 24-Jährigen in Bayern gab, wurden die naheliegenden Autobahnauffahrten gesperrt. Gegen 12.40 Uhr entdeckte die Besatzung eines Polizeihubschraubers den Wagen und informierte die Streifenbeamten. Daraufhin legten die Polizisten auf einer Bundesstraße in der Nähe von Beeskow die Nagelbretter aus.

Der Wagen des Mannes sei zum Stehen gekommen, nachdem er die beiden Beamten überrollt hatte, berichtete Mörke. Anschließend rannte der Täter in das nahegelegene Dorf Oegeln und kaperte ein weiteres Fluchtfahrzeug. Mit diesem baute er wenig später einen weiteren Unfall, floh erneut zu Fuß und wurde schließlich festgenommen.

Der Mann habe sich bei dem Unfall verletzt und sei derzeit nicht vernehmungsfähig, sagte Mörke. Auf seiner Flucht hatte der 24-Jährige mindestens drei weitere Unfälle verursacht. Dabei blieb es aber bei Blechschäden.

Der 24-Jährige sei bereits mehrfach wegen Straftaten verurteilt worden, berichtete Oberstaatsanwalt Helmut Lange. Darunter waren Delikte wie Raub, Körperverletzung und Diebstähle.

Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD), den die Nachricht während der Kabinettssitzung erreichte, reagierte bestürzt. "Der Tod der zwei Polizisten hat mich schwer getroffen", sagte Woidke. "Meine Anteilnahme gilt den Angehörigen."

Auch der Landeschef der oppositionellen CDU, Ingo Senftleben, zeigte sich schockiert: "Wir trauern um die beiden Polizisten, die im Dienst für Brandenburg ums Leben gekommen sind", sagte Senftleben. "Unsere Gedanken und Gebete sind bei ihren Angehörigen und Kollegen."

Innenminister Schröter forderte in Potsdam eine Verschärfung der Gesetze. "Die Gewalt gegen Polizisten und Rettungskräfte nimmt stetig zu", sagte Schröter. "Wir müssen unsere Ordnungskräfte besser vor Gewalttätern schützen."

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