Drogenvernichtung

Fund in Bayern: Hier verbrennt der Zoll eine halbe Tonne Marihuana

Vor gut einem Jahr stellte die Polizei auf der A9 über 500 Kilogramm Marihuana sicher - jetzt ist es nur noch Asche. Der Zoll hat das Kraut am Dienstag verbrannt.

München - Davon wäre München gleich drei Mal high geworden: In der Olchinger Müllverbrennungsanlage hat der Zoll am Dienstag 500 Kilo Marihuana entsorgt – so viel auf einmal wie noch nie, Rauschgift-Rekord! Etwa 3,8 Millionen Konsumeinheiten im Wert von mehreren Millionen Euro sind in den Himmel verpufft: „Eine halbe Tonne Marihuana von guter bis sehr guter Qualität“, sagt Christian Schüttenkopf, Presseprecher des Münchner Zolls.

16 Prozent THC-Gehalt attestiert der hauseigene Laborbericht, 12 Prozent sind der Durchschnitt. Wieso die Münchner vom lauen Lüftchen keinerlei Auswirkungen gespürt haben? Dafür sorgt ein spezielles Filtersystem der Verbrennungsanlage, das sämtliche Rückstände aus dem Rauch entfernt.

Bei der verbrannten Schmuggelware handelt es sich um einen der bedeutendsten Rauschgiftfunde: Beamte des Erfurter Hauptzollamtes hatten das Cannabis im Dezember 2016 auf dem Autohof Berg (BAB 9) sichergestellt. Der Fahrer, ein 61-jähriger Serbe, hatte die Drogen in einem Hohlraum an der Stirnseite des Lkws versteckt. Funde in dieser Größenordnung sind mittlerweile keine Seltenheit – vor allem auf der Balkanroute nimmt der Rauschgiftschmuggel immer weiter zu: Aus Albanien, einem der bedeutendsten Cannabis-Anbaustaaten Europas, führen die Großtransporte bis nach Italien. Von dort geht es auf dem Landweg weiter Richtung Norden. Rund sechs Tonnen wurden 2016 beschlagnahmt, heuer waren es allein in der ersten Jahreshälfte schon 9,2 Tonnen .

Die Münchner profitieren jedenfalls indirekt vom Rauschgift-Rauch. Denn aus dem verbrannten Marihuana wird in der Olchinger Müllanlage Strom und Fernwärme produziert.

vha

Rubriklistenbild: © Glomex

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