Extremismus

BKA-Chef sieht geringe Gefahr durch linke Gefährder

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BKA-Präsident Holger Münch hält die Terrorgefahr durch Linksextremisten in Deutschland für überschaubar. Foto: Arne Dedert/Archiv

Die größte Terrorgefahr geht in Deutschland dem Bundeskriminalamt zufolge weiter von islamistischen Gefährdern aus. Auch bei Rechtsextremisten bestehe die Gefahr der Bildung terroristischer Strukturen. Die Bedrohung durch Autonome sei dagegen überschaubar.

Berlin (dpa) - Der Präsident des Bundeskriminalamtes (BKA), Holger Münch, hält die Terrorgefahr durch Linksextremisten in Deutschland für überschaubar. Es gebe innerhalb dieses Spektrums nur wenige Gefährder, denen Terroranschläge zugetraut würden, sagte Münch der "Frankfurter Rundschau".

"Im Bereich links gingen die Länder bislang von einer Größenordnung aus, die man an einer Hand abzählen kann", so Münch. Unter den Rechtsextremisten liege die Zahl der Gefährder im niedrigen zweistelligen Bereich. Die Gefahr der Bildung terroristischer Strukturen sei hier größer.

"In den letzten zwei Jahren hat das Thema Zuwanderung zu einer erkennbaren Radikalisierung der Szene beigetragen. Die immense Zahl von Straftaten gegen Asylbewerberunterkünfte in den Jahren 2015 und 2016 unterstreichen das", sagte Münch. "Wir sind da sehr wachsam und wollen möglichst schnell in offene Ermittlungen eintreten und nicht zu lange beobachten. Wir wollen kein Abgleiten von Personen in den Untergrund wie beim NSU."

Das größte Risiko gehe nach wie vor von islamistischen Gefährdern aus. Die deutschen Sicherheitsbehörden stufen laut Münch derzeit 690 Menschen in diese Kategorie ein. Ende 2016 waren es noch 549 Personen, im März dieses Jahres dann 616.

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