Grüne sehen Bündnis-Chancen

Wagenknecht-Rückzug: Neue Optionen für die Partei?

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Wagenknecht hat nach dreieinhalb Jahren an der Fraktionsspitze erklärt, dass sie im Herbst nicht wieder antreten will. Foto: Britta Pedersen

Ginge ohne Sahra Wagenknecht einiges mehr mit der Linken? Bei SPD und Grünen war die streitbare Fraktionschefin immer wieder als ein Grund dafür genannt worden, dass Rot-Rot-Grün keine aussichtsreiche Möglichkeit sei.

Berlin (dpa) - Die Grünen sehen im angekündigten Rückzug Sahra Wagenknechts von der Fraktionsspitze der Linken eine Chance auf Bewegung in der Debatte um Bündnisse.

"Gute Besserung an Sahra Wagenknecht", sagte der Politische Bundesgeschäftsführer der Grünen, Michael Kellner, der Deutschen Presse-Agentur. Ihr Rückzug zeige erneut, wie hoch die Arbeitsbelastung in der Politik oft sei. "Die Linkspartei hat jetzt möglicherweise die Chance, ihre Zerrissenheit in Bündnisfragen zu klären."

Am Montag hatte Wagenknecht nach dreieinhalb Jahren an der Fraktionsspitze erklärt, dass sie im Herbst nicht wieder antreten wolle, und dies mit gesundheitlichen Problemen begründet. Bei SPD und Grünen wurde sie immer wieder als ein Grund dafür genannt, dass Rot-Rot-Grün keine aussichtsreiche Möglichkeit sei. Derzeit hätte dieses Bündnis Umfragen zufolge allerdings auch keine Mehrheit - nach der Bundestagswahl 2013 wäre es rechnerisch möglich gewesen.

SPD-Vize Ralf Stegner hatte am Montag bereits gesagt, dass Wagenknechts Rückzug neue, progressive Bündnisse ohne die Union möglicherweise erleichtern könne. Die Grünen hatten zuletzt insbesondere Wagenknechts Positionen in der Migrationspolitik kritisiert, aber auch ihre linke Sammlungsbewegung "Aufstehen". Wagenknecht ihrerseits hatte sich über ein mögliches Bündnis mit SPD und Grünen stets zurückhaltend geäußert.

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