Auch Italien betroffen

Vogelgrippe in Europa: Neue Fälle in Deutschlands Nachbarländern

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Arbeiter werfen auf einer Geflügelfarm in Latrille (Frankreich) Enten, als Teil einer Aktion gegen die Geflügelpest, in einen mit giftigem Gas gefüllten Behälter.

Seit drei Monaten gibt es in Deutschland keinen neuen Vogelgrippe-Fall. Doch Experten sehen die Gefahr noch nicht gebannt. In Belgien, Frankreich und Italien gibt es neue Infektionen.

Greifswald/Insel Riems - Die Vogelgrippe-Epidemie ist in den vergangenen Monaten in Europa deutlich abgeflaut. Angesichts weiter auftretender Fälle sehen Experten die Gefahr erneuter Ausbrüche in Deutschland aber noch nicht als gebannt an. So sei das Virus Anfang Juli in Geflügelhaltungen in Belgien und Frankreich und seit Mitte Juli in 13 Beständen in Norditalien aufgetreten, sagte die Sprecherin des Friedrich-Loeffler-Instituts (FLI), Elke Reinking, auf der Insel Riems (Greifswald) am Mittwoch.

In Italien waren Haltungen mit mehreren Hunderttausend Hühnern und Puten betroffen - zuletzt Anfang August ein Bestand in der Region Mantua. Auch unter Wildvögeln, die als größtes Einschleppungsrisiko gelten, ist der Erreger H5N8 weiter präsent. Zuletzt wurde Anfang August in Großbritannien (North Norfolk) ein Höckerschwan positiv getestet.

Einschleppungsrisiko gilt als mäßig

Aufgrund der letzten Fälle in Europa sei davon auszugehen, dass das Virus nach wie vor in der Umwelt vorkomme, sagte Reinking. Durch die wärmeren Temperaturen und die stärkere UV-Strahlung im Sommer würden die Viren in der Umwelt schneller inaktiviert. Das Einschleppungsrisiko in Gebieten mit Wildvogel-Nachweisen werde daher nicht mehr als hoch, sondern als mäßig eingestuft.

Für Gebiete, in denen es längere Zeit keine Nachweise bei Wildvögeln gegeben habe, könne nicht automatisch auf eine Virusfreiheit geschlossen werden, erklärte Reinking. Trotz der für den Erreger eher ungünstigen Witterungsbedingungen sind auch in Deutschland Vogelgrippefälle im Sommer möglich - wie Ausbrüche von H5N1 im Hochsommer 2007 belegten.

Niedrige Temperaturen könnten begünstigende Faktoren sein

Begünstigende Faktoren für ein Aufflammen könnten nach Einschätzung des FLI die in den kommenden Monaten niedrigeren Temperaturen und die geringere UV-Strahlung sein. Unter diesen Bedingungen könne der Erreger länger in der Umwelt überleben. Auch die Zugvogel-Aktivitäten nehmen im Herbst wieder zu, so dass der Erreger wieder schneller aus anderen Regionen nach Mitteleuropa getragen werden könnte.

Zuletzt war in Deutschland am 9. Mai ein Kleintierbestand mit Hühnern im Kreis Lippe (Nordrhein-Westfalen) positiv getestet worden. Dort wurde ebenfalls ein infizierter Bussard entdeckt.

Von November 2016 bis Mitte Mai 2017 wurden in Deutschland insgesamt 1150 Fälle bei Wildvögeln und 107 Ausbrüche bei gehaltenen Vögeln (92 Geflügelhaltungen und 15 Zoos oder Tierparks) gemeldet. Europaweit waren 29 Staaten betroffen. Damit sei die Geflügelpest-Epidemie die bislang schwerste und am längsten andauernde in Europa überhaupt, hieß es vom FLI.

dpa

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