Besuch in Jerusalem

Pence hofft auf "neue Ära" in Nahost - und verkündet umstrittene Entscheidung

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US-Vizepräsident Mike Pence spricht während seiner Nahostreise vor einem US-Luftkampfkommando in Jordanien. Foto: Weißes Haus

Nach der umstrittenen Anerkennung Jerusalems als Hauptstadt Israels durch US-Präsident Trump äußert sich Mike Pence optimistisch zu neuen Friedensverhandlungen. 

Update, 22. Januar 2018, 14.30 Uhr

Die US-Botschaft in Israel wird nach Aussage von US-Vizepräsident Mike Pence noch vor Ende 2019 nach Jerusalem verlegt werden. Das sagte Pence am Montag im israelischen Parlament in Jerusalem. Gleichzeitig rief er die Palästinenser dazu auf, wieder in Friedensgespräche mit Israel einzusteigen. „Wir fordern die palästinensische Führung nachdrücklich dazu auf, an den Verhandlungstisch zurückzukehren“, sagte Pence. „Frieden kann nur durch Dialog entstehen.“

Pence hofft auf "neue Ära" in Nahost-Friedensgesprächen

US-Vizepräsident Mike Pence bei seinem Israel-Besuch die Hoffnung auf neue Verhandlungen mit den Palästinensern geäußert.

Pence wurde am Montag mit militärischen Ehren in der Residenz des israelischen Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu empfangen. Er sagte, er wolle mit Netanjahu über Chancen für einen Frieden sprechen. US-Präsident Donald Trump sei überzeugt gewesen, dass seine Anerkennung Jerusalems als Hauptstadt Israels eine Gelegenheit für neue Friedenverhandlungen schaffen werde. "Ich bin voller Hoffnung, dass ein neues Zeitalter anbrechen wird, in dem es neue Gespräche über die friedliche Lösung des jahrzehntealten Konflikts geben wird", sagte Pence.

Die Palästinenser hatten mit Unruhen auf Trumps umstrittene Anerkennung Jerusalems als israelische Hauptstadt reagiert. Sie wollen Pence während seines zweitägigen Aufenthalts nicht treffen.

Netanjahu dankt für "historische Stellungnahme"

Netanjahu sagte Pence: "Dies ist das erste Mal, dass wir beide hier stehen und sagen können: Israels Hauptstadt, Jerusalem." Netanjahu dankte Trump für dessen "historische Stellungnahme". Er wisse, dass Pence sich dafür starkgemacht habe. Das Bündnis zwischen Israel und den USA sei nie stärker gewesen.

Palästinenser verbrannten am Sonntagabend aus Protest vor der Geburtskirche in Bethlehem Bilder von Trump und Pence. Die israelische Polizei stellt sich nach Angaben der Nachrichtenseite "ynet" auf weitere Unruhen ein. Die Fatah-Partei von Palästinenserpräsident Mahmud Abbas hat für Dienstag zu einem Generalstreik aufgerufen.

Arabische Abgeordnete kündigen Boykott an

Pence wollte am Montag vor dem israelischen Parlament in Jerusalem sprechen. Die arabischen Abgeordneten haben einen Boykott der Ansprache angekündigt.

Jerusalem gilt als zentraler Streitpunkt zwischen Israel und den Palästinensern. Diese sehen Ost-Jerusalem als künftige Hauptstadt für einen unabhängigen Staat Palästina. Die Israelis beanspruchen hingegen die ganze Stadt für sich.

dpa

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