Für 2,8 Milliarden Dollar

US-Medienkonzern Meredith schluckt Verlagshaus Time

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Die Zentrale des US-Verlagshauses Meredith in Des Moines, Bundesstaat Iowa. Foto: Charlie Neibergall

Seit vielen Jahren üben die konservativen Gebrüder Koch über hohe Spendenbeträge Einfluss auf die politischen Geschicke in den USA aus. Jetzt haben sie mit einer Beteiligung auch ihre Medienmacht gestärkt.

Des Moines (dpa) - Der US-Verleger Meredith aus Iowa übernimmt mit Hilfe der erzkonservativen Koch-Brüder das zuletzt mit zahlreichen Problemen kämpfende Traditionshaus Time aus New York.

Man habe eine bindende Vereinbarung unterzeichnet, teilte Meredith mit. Time verlegt neben dem gleichnamigen Magazin zahlreiche weitere renommierte Titel wie "Fortune" und "Sports Illustrated". Zu Meredith gehören unter anderem die Zeitschrift "Better Homes & Gardens", aber auch zahlreiche lokale Fernsehsender.

Den Time-Aktionären würden 18,50 Dollar je Aktie geboten, teilte Meredith am Montag in Des Moins (Iowa) mit. Damit werde der gemessen am Umsatz größere Time-Konzern inklusive Schulden mit 2,8 Milliarden Dollar bewertet.

Da Meredith derzeit selbst auf eine Marktkapitalisierung von knapp 2,7 Milliarden Dollar kommt, holte sich der Konzern aus der Provinz im US-Bundesstaat Iowa die Unterstützung der US-Milliardärsfamilie Koch, die rund 650 Millionen Dollar zu der Übernahme beisteuert.

Die Koch-Brüder Charles und David sind die Chefs eines riesigen Industrie-Konzerns, der sein Geld vor allem, aber nicht ausschließlich in der Öl-Branche verdient. Beide haben eine extrem konservative Grundeinstellung und haben neben ihrer unternehmerischen Tätigkeit ein Netzwerk gegründet, mit dem sie ihren Einfluss auf gesellschaftliche Belange in den USA und darüber hinaus geltend machen. Unter anderem spenden sie regelmäßig mehrstellige Millionenbeträge an die Republikanische Partei von Donald Trump.

Koch Industries erklärte am Montag, es gebe keinerlei Absichten, auf Inhalte der Publikationen Einfluss zu nehmen. "Dies ist eine passive Finanzinvestition, getätigt über unseren Investmentarm", sagte ein Sprecher. Meredith hatte in der Vergangenheit zwei Versuche, Time zu übernehmen, abgebrochen.

Berichterstattung New York Times

Mitteilung Meredith

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