Messerattacke auf Polizisten

16-jährige IS-Sympathisantin Safia muss sechs Jahre in Haft

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Der Prozess am Oberlandesgericht Celle fand wegen des jugendlichen Alters der Angeklagten unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt. Foto: Julian Stratenschulte

Für die erste Terrorattacke im Auftrag des IS in Deutschland hat das Gericht die 16-jährige Safia S. zu sechs Jahren Haft verurteilt. Der von der Schülerin niedergestochene Beamte in Hannover überlebte schwer verletzt.

Celle (dpa) - Die 16-jährige Safia S. ist als erste IS-Sympathisantin wegen einer Terrorattacke in Deutschland zu Haft verurteilt worden. Das Oberlandesgericht Celle verhängte eine Strafe von sechs Jahren, wie eine Gerichtssprecherin sagte.

Die Schülerin hatte vor knapp einem Jahr in Hannover einen Polizisten mit einem Messer schwer verletzt. Der 34-jährige niedergestochene Beamte überlebte.

Die Tat diente aus Sicht des Gerichts der Unterstützung der Terrormiliz Islamischer Staat. Ermittler werten den Angriff als die erste vom IS in Deutschland in Auftrag gegebene Tat. Safia hat die Attacke eingeräumt und sich in einem Brief aus der Untersuchungshaft sowie im Prozess bei dem Polizisten entschuldigt.

Die Bundesanwaltschaft hatte sechs Jahre Haft wegen versuchten Mordes, gefährlicher Körperverletzung sowie Unterstützung einer ausländischen terroristischen Vereinigung für die Deutsch-Marokkanerin gefordert. Die Verteidigung hatte eine milde Strafe gefordert und für eine Verurteilung der Schülerin ausschließlich wegen gefährlicher Körperverletzung plädiert, ohne ein konkretes Strafmaß zu nennen.

Nach den Ermittlungen war die radikalisierte Gymnasiastin im Januar 2016 nach Istanbul geflogen, um von dort aus mit Hilfe von IS-Leuten nach Syrien zu gelangen. An der Weiterreise aber hinderte sie ihre Mutter, die sie zurückholte. Über einen Internet-Nachrichtendienst soll Safia Kontakt zum IS gehalten und dann im Hauptbahnhof Hannover die Messerattacke auf den Polizisten verübt haben.

Der als Mitwisser mitangeklagte 20-jährigen Deutsch-Syrer Mohamad Hasan K. wurde zu zweieinhalb Jahren Haft wegen der Nichtanzeige einer geplanten Straftat verurteilt. Die Anklage hatte auf drei Jahre Gefängnis plädiert, die Verteidigung forderte Freispruch. Gegen ihn ermittelt die Bundesanwaltschaft weiterhin, weil er mit den angeblichen Terrorplänen zu tun haben könnte, die zur Absage des Fußball-Länderspiels in Hannover im November 2015 führten.

Der Prozess am Oberlandesgericht Celle fand wegen des jugendlichen Alters der Angeklagten unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt.

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