Rücktritt Spicers gefordert

Trumps Sprecher vergleicht Assad mit Hitler

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Sean Spicer hat sich mit Aussagen über Adolf Hitler auf dünnes Eis begeben. 

Washington - Der Sprecher von US-Präsident Donald Trump, Sean Spicer, hat mit einem Satz über Adolf Hitler für Irritationen gesorgt. Er hat sich entschuldigt, doch die Irritation bleibt.

Spicer sagte während seiner täglichen Pressekonferenz, Russland müsse seine Unterstützung für den syrischen Präsidenten Baschar al-Assad überdenken. Er fuhr fort: "Nicht einmal jemand so verabscheuungswürdiges wie Hitler ist so weit gesunken, chemische Waffen einzusetzen." Über die sechs Millionen Juden, die in den Gaskammern der Nazis ermordet wurden, setzte Spicer sich damit hinweg. Russland gerate immer schneller auf die "falsche Seite" der Geschichte, fuhr Spicer fort.

Da Hitler bekannterweise das Giftgas Zyklon B zur systematischen Vernichtung von Juden eingesetzt hatte, wurde Spicer von einer Journalistin aufgefordert, seine Äußerung über chemische Waffen näher zu erklären. In seiner Antwort geriet Spicer ins Straucheln: "Er (Hitler) hat Gas nicht auf dieselbe Art und Weise gegen sein eigenes Volk eingesetzt, wie es Assad tut. (...) Er hat es in die Holocaust-Zentren gebracht, das ist mir klar. Aber was ich zum Ausdruck bringen will, ist die Art, wie Assad es eingesetzt hat, indem er in die Städte geht und es über den Stadtzentren abwirft." Mit dem Begriff "Holocaust-Zentren" meinte Spicer offensichtlich die Konzentrations- und Vernichtungslager der Nationalsozialisten.

Nach der Pressekonferenz war Spicer noch einmal bemüht, seine Worte klarzustellen. "Ich habe in keiner Weise versucht, die Abscheulichkeit des Holocaustes zu schmälern", erklärte er. Es sei ihm um eine Unterscheidung zu der Taktik gegangen, chemische Waffen über Bevölkerungszentren einzusetzen. "Jeder Angriff auf unschuldige Menschen ist verwerflich und unentschuldbar", fügte er hinzu.

Am Abend entschuldigte er sich in einem Interview des Senders CNN. Er habe einen „unangebrachten und unsensiblen“ Bezug zum Holocaust verwendet, erklärte er. „Es war ein Fehler, das zu tun.“

Spicer nach Vergleich unter Druck

Die Fraktionschefin der oppositionellen Demokraten im Repräsentantenhaus, Nancy Pelosi, forderte daraufhin Präsident Donald Trump dennoch auf, seinen Sprecher zu feuern und sich von dessen Äußerungen zu distanzieren. Während jüdische Familien im ganzen Land das Passahfest begingen, spiele der Präsidentensprecher "den Horror des Holocaust herunter". 

Auch der Direktor des Anne-Frank-Zentrums in den USA, Steven Goldstein, forderte Spicers Entlassung, da dieser "den Holocaust geleugnet" haben: „Sean Spicer mangelt es an der Integrität, Sprecher des Weißen Hauses zu sein, und Präsident Trump muss ihn sofort feuern.“

Das American Jewish Committee nannte den Vorfall in einer Twitter-Nachricht unerhört und forderte eine Entschuldigung.

Mit seiner historischen Parallele wollte Spicer den US-Raketenangriff der vergangenen Woche gegen die syrische Luftwaffe begründen und den russischen Beistand für Assad verurteilen. Trump hatte den Raketenangriff als Antwort auf einen mutmaßlich von den Assad-Truppen verübten Angriff mit dem Nervengas Sarin in der nordsyrischen Stadt Chan Scheichun angeordnet. Bei der mutmaßlichen Gasattacke waren mindestens 87 Menschen getötet worden, darunter viele Kinder.

dpa/afp

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