Weltwirtschaftsforum

Trump in Davos: Schulterschluss mit May und Netanjahu

US-Präsident Donald Trump und der israelische Premierminister Benjamin Netanjahu bei ihrem Treffen in Davos. Foto: Evan Vucci
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US-Präsident Donald Trump und der israelische Premierminister Benjamin Netanjahu bei ihrem Treffen in Davos. Foto: Evan Vucci
US-Präsident Donald Trump verlässt den US-Regierungshubschrauber Marine One nach der Landung in Davos. Foto: Gian Ehrenzeller
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US-Präsident Donald Trump verlässt den US-Regierungshubschrauber Marine One nach der Landung in Davos. Foto: Gian Ehrenzeller
Blick auf das Konferenzzentrum während der jährlichen Tagung des Weltwirtschaftsforums in Davos. Foto: Gian Ehrenzeller
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Blick auf das Konferenzzentrum während der jährlichen Tagung des Weltwirtschaftsforums in Davos. Foto: Gian Ehrenzeller
"Deutschland will ein Land sein, das auch in Zukunft seinen Beitrag leistet, um gemeinsam in der Welt die Probleme der Zukunft zu lösen", sagte Kanzlerin Merkel beim Weltwirtschaftsforum. Foto: Laurent Gillieron
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"Deutschland will ein Land sein, das auch in Zukunft seinen Beitrag leistet, um gemeinsam in der Welt die Probleme der Zukunft zu lösen", sagte Kanzlerin Merkel beim Weltwirtschaftsforum. Foto: Laurent Gillieron
Mitglieder einer Spezialeinheit der Schweizer Polizei stehen während der jährlichen Tagung des Weltwirtschaftsforums auf dem Dach eines Kongresshotels in Davos. Foto: Markus Schreiber
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Mitglieder einer Spezialeinheit der Schweizer Polizei stehen während der jährlichen Tagung des Weltwirtschaftsforums auf dem Dach eines Kongresshotels in Davos. Foto: Markus Schreiber
Demonstranten protestierten in Zürich gegen den Besuch von US-Präsident Trump beim Weltwirtschaftsforum in Davos. Foto: Ennio Leanza
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Demonstranten protestierten in Zürich gegen den Besuch von US-Präsident Trump beim Weltwirtschaftsforum in Davos. Foto: Ennio Leanza
US-Präsident Donald Trump und die britische Premierministerin Theresa May trafen sich in Davos zu einem Gespräch. Foto: Evan Vucci
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US-Präsident Donald Trump und die britische Premierministerin Theresa May trafen sich in Davos zu einem Gespräch. Foto: Evan Vucci
Die Chefin des Internationalen Währungsfonds (IWF), Christine Lagarde, warnte davor, dass "allzu viele Menschen immer noch ausgeschlossen sind von der weltweiten Erholung". Nur Minuten zuvor hatte der IWF seine Wachstumsprognose für dieses und das kommende Jahr heraufgeschraubt. Foto: Laurent Gillieron
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Die Chefin des Internationalen Währungsfonds (IWF), Christine Lagarde, warnte davor, dass "allzu viele Menschen immer noch ausgeschlossen sind von der weltweiten Erholung". Nur Minuten zuvor hatte der IWF seine Wachstumsprognose für dieses und das kommende Jahr heraufgeschraubt. Foto: Laurent Gillieron
Wider dem Einheitsdress: Beim Weltwirtschaftsforum in Davos präsentiert Kanadas Premier Justin Trudeau seine Vorliebe für unkonventionelle Socken. Foto: Laurent Gillieron
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Wider dem Einheitsdress: Beim Weltwirtschaftsforum in Davos präsentiert Kanadas Premier Justin Trudeau seine Vorliebe für unkonventionelle Socken. Foto: Laurent Gillieron

Seit Tagen ist Donald Trump das Gesprächsthema auf dem Weltwirtschaftsforum in Davos. Am Donnerstag flog der US-Präsident per Hubschrauber ein. Als erstes traf er sich mit zwei Verbündeten.

Davos (dpa) - US-Präsident Donald Trump hat zum Auftakt seines mit Spannung erwarteten Besuchs des Weltwirtschaftsforums den Schulterschluss mit Großbritannien und Israel gesucht.

"Wir sind in so gut wie jeder Beziehung auf einer Wellenlänge", sagte Trump in Davos vor einer Begegnung mit der britischen Premierministerin Theresa May. Trumps umstrittener Staatsbesuch in Großbritannien solle noch in diesem Jahr stattfinden, wurde nach dem Treffen bekannt. Anschließend traf er sich mit Israels Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu und versicherte ihm, die Pläne zu einer Verlegung der US-Botschaft nach Jerusalem seien weit vor dem Zeitplan.

Trump war am Vormittag mit der Präsidentenmaschine Air Force One in Zürich gelandet und dann per Hubschrauber nach Davos weitergeflogen. Nach bilateralen Treffen nahm Trump am Abend an einem Essen mit Unternehmern aus Europa teil. Am Donnerstag standen bilaterale Treffen und ein Abendessen mit Konzernchefs auf dem Programm. An diesem Freitag wird Trump dann zum Abschluss des Weltwirtschaftsforums zur versammelten Wirtschafts- und Politikelite sprechen.

Im Vorfeld hatten Proteste den Besuch begleitet. Auch in Davos selbst ist Trump angesichts seiner "America First"-Politik kein unumstrittener Gast. Während an den Vortagen Bundeskanzlerin Angela Merkel, der französische Präsident Emmanuel Macron und Kanadas Regierungschef Justin Trudeau den freien Handel und das Zusammenrücken der Welt beschworen, hatte Trump neue Strafzölle für Solarpaneele und Waschmaschinen verhängt, was als direkter Angriff auf die großen Produzenten-Länder China und Südkorea gewertet wurde. "Natürlich sind wir enttäuscht", sagte Südkoreas Außenministerin Kang Kyung Wha am Donnerstag vor Journalisten in Davos. Südkorea wolle aber an einer Lösung mitarbeiten.

Kurz vor Trumps Auftritt versuchte nun sein Finanzminister Steven Mnuchin, gut Wetter im Handelsstreit zu machen. "Wir wollen nicht in Handelskriege geraten", sagte er in Davos. Trump werde auf dem Weltwirtschaftsforum klarstellen, dass die USA offen für Geschäfte seien. "Andererseits sind wir gewillt, Amerikas Interessen zu verteidigen." Die USA hatten insbesondere China wiederholt unfaire Handelspraktiken vorgeworfen. 

Auch mit dem engen Verbündeten Großbritannien gab es zuletzt Spannungen. Angeblich aus Ärger über den neuen Standort der US-Botschaft in London hatte Trump eine Reise dorthin abgesagt. Dort sollte er die diplomatische Vertretung im Februar offiziell eröffnen. Auch hatte es Streit um islamfeindliche Videos einer rechtsradikalen britischen Gruppe gegeben, die Trump per Twitter weiterverbreitet hatte. May hatte sich davon offen distanziert.

Man möge einander sehr, sagte Trump nun in Davos bei dem Treffen mit der britischen Premierministerin. "Wir lieben Ihr Land", sagte er an May gewandt. Wenn es um militärische Fragen gehe, passe kein Blatt zwischen May und ihn. May bestätigte die besondere Beziehung Großbritanniens zu den USA. Die britische Regierung erklärte, beide Seiten hätten die entsprechenden Stellen angewiesen, die Einzelheiten eines Besuchs Trumps in diesem Jahr auszuarbeiten.

Zuvor hatte May bei einer Rede auf dem Weltwirtschaftsforum versichert, ihr Land werde trotz des anstehenden EU-Austritts ein Fürsprecher für den Freihandel sein. Sie wolle Großbritannien zum Vorreiter für innovative Technologien wie Künstliche Intelligenz machen. Kritik kam aus der deutschen Industrie: "Dass Premierministerin Theresa May den Brexit in ihrer Rede auf dem Weltwirtschaftsforum nur gestreift hat, spricht Bände", sagte Hauptgeschäftsführer Thilo Brodtmann vom Maschinenbau-Verband VDMA. "Auch anderthalb Jahre nach dem Referendum scheint die britische Regierung keinen klaren Plan zum EU-Austritt zu verfolgen."

Beim Treffen mit Israels Ministerpräsidenten Netanjahu erklärte Trump, er wolle die finanziellen Hilfen der USA für die Palästinenser solange eingefroren lassen, wie diese nicht zu Friedensverhandlungen bereit seien. "Wir werden sehen, was mit dem Friedensprozess passiert", sagte er. "Aber sie (die Palästinenser) müssen uns ihren Respekt zeigen."

Die US-Regierung hatte zuletzt 65 Millionen Dollar der Zahlungen für das Palästinenserhilfswerk der Vereinten Nationen (UNRWA) auf Eis gelegt. Eine Gruppe von 21 Hilfsorganisationen kritisierte das scharf. "Wir sind tief beunruhigt wegen der humanitären Folgen dieser Entscheidung", heißt es in dem am Donnerstag veröffentlichten Brief.

Hintergrund des Streits ist Trumps internationaler Alleingang bei der Anerkennung Jerusalems als Hauptstadt Israels. Danach kam es zu Unruhen in den Palästinensergebieten. Die Palästinenser wollen in Ost-Jerusalem die Hauptstadt eines unabhängigen Staates ausrufen.

Trump sagte, die Pläne zu einer Verlegung der US-Botschaft nach Jerusalem seien weit vor dem Zeitplan. "Wir erwarten, eine kleine Version davon irgendwann im nächsten Jahr zu eröffnen." Die Palästinenser kritisierten Trumps Alleingang erneut: "Solange Jerusalem vom Tisch ist, bleiben auch die USA (im Friedensprozess) vom Tisch", sagte Nabil Abu Rudeineh, Sprecher von Palästinenserpräsident Mahmud Abbas.

Netanjahu dankte Trump für seine Unterstützung und sagte, die Beziehungen beider Länder seien niemals stärker gewesen als derzeit. Er sicherte dem US-Präsidenten die volle Unterstützung seines Landes bei der strikten Anti-Iran-Politik Washingtons zu: "Wir unterstützen Sie komplett in Ihrer unerschütterlichen Position zum Atomdeal mit dem Iran."

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