„Animal Rights Watch“

Trotz Schweinepest-Alarm: Tierschutzaktivisten warnen vor Massenjagd auf Wildschweine

Die Lobbygruppe Animal Rights Watch hat eindringlich vor einer Massenjagd auf Wildschweine zur Verhinderung der Afrikanischen Schweinepest gewarnt.

Berlin - Vorrangig seien es "Menschen und nicht Wildschweine, die die Ausbreitung der Krankheit vorantreiben", erklärte der Verein am Mittwoch. Statt wirksame Maßnahmen zu ergreifen, lasse sich die Politik vom "Alarmismus der Bauernverbände treiben". Dadurch werde es sogar wahrscheinlicher, dass die Schweinepest Deutschland erreiche.

Möglicherweise auch andere Ursache für Epidemien

Es gebe "keinerlei Hinweise darauf", dass infizierte Wildschweine die Viren in Tierhaltungsbetriebe einschleppen könnten, erklärte Animal Rights Watch. Die wahrscheinlichere Ursache für Epidemien sei die kommerzielle Tierhaltung und im Fall der Schweinepest sei die Übertragung "durch bereits kontaminiertes Schweinefleisch am wahrscheinlichsten", hieß es unter Berufung auf Experten der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit (Efsa) und des Friedrich-Löffler-Instituts (FLI). Nötig seien Maßnahmen zur sicheren Müllentsorgung an Raststätten sowie ein Importverbot von Fleisch, Schlachtprodukten, Sperma und Gülle aus betroffenen Regionen, forderte die Lobbygruppe. Stattdessen sollten aber nun "völlig sinnlos Millionen Tiere erschossen werden", kritisierte Animal Rights Watch. Generell sei es ohnehin so, dass sich bejagte Tiere stärker vermehrten und große Strecken in sichere Gebiete zurücklegten, wodurch die Kontakte zwischen Populationen zunähmen. Dadurch steige die Gefahr der Ausbreitung von Krankheiten.

Die Jagd auf Wildschweine wurde bereits eröffnet

Die Afrikanische Schweinepest grassiert derzeit in Osteuropa und hierzulande wächst die Furcht vor einer Einschleppung der Seuche. Sie ist zwar für den Menschen ungefährlich, allerdings müssten beim Befall eines Schweins in einem Betrieb dort alle Tiere getötet werden. Der Bauernverband fordert deshalb zur Vorbeugung die Tötung von 70 Prozent der Wildschweine hierzulande. Animal Rights Watch kritisierte vor diesem Hintergrund, dass viele Landesregierungen darauf reagierten und zur Jagd auf Wildschweine aufriefen.

afp

Rubriklistenbild: © dpa

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