Vor einem Jahr sackte sie ab

Nach Loch auf der Autobahn A20: Behelfsbrücke nun fertig

+
Das letzte Bauteil für die Behelfsbrücke auf dem abgesackten Teil der A20 wurde gerade verlegt.

Vor mehr als einem Jahr sackte ein Teil der Autobahn A20 über morastigem Boden ab. Nun ist die Behelfsbrücke fertig. Der Verkehr kann also bald wieder passieren.

Update vom 29. November: 

Mehr als ein Jahr nach dem Zusammenbruch der Autobahn 20 bei Tribsees zeichnet sich ein Ende der Leidenszeit für die lärmgeplagten Anwohner an der Umleitungsstrecke ab. Am Donnerstag wurde das letzte Brückensegment östlich des Trebeltals eingesetzt. Vor zwei Wochen war der westliche Teil der Brücke komplettiert worden. Nach der Montage des 81. Segments folgen nun noch letzte Arbeiten wie das Aufstellen von Schutzplanken und die Beschilderung der Strecke.

Die rund 50 Millionen Euro teure Brücke soll nach Angaben des Verkehrsministeriums noch in diesem Jahr für den Verkehr freigegeben werden. Dann entfällt die Umleitungsstrecke über Langsdorf und Böhlendorf. Die Stahl-Behelfsbrücke hat eine Länge von 773 Metern.

Im Herbst 2017 war das A20-Teilstück über morastigem Boden in einer Fahrtrichtung erst abgesackt und schließlich vollständig weggebrochen. Kurz darauf wiederholte sich dies auch an der anderen Fahrspur, so dass die Autobahn vollständig unterbrochen wurde.

Wie Ronald Normann, der Abteilungsleiter Autobahnen im Landesamt für Straßenbau und Verkehr, am Donnerstag sagte, ist zunächst geplant, die Autos mit Tempo 60 über die Brücke fahren zu lassen. Allerdings müsse dann im Betrieb geprüft werden, ob das durchzuhalten ist. Durch die Spalten in der Fahrbahn werde es zu einem dauerhaften „klack, klack, klack“-Geräusch kommen. Möglicherweise muss das Tempo bei zu hoher Lärmbelastung reduziert werden.

Für den Bürgermeister des Umleitungsortes Langsdorf, Hartmut Kolschewski, ist das im Moment noch kein großes Problem. „Alles besser als die Umleitung.“

Das Loch auf der Autobahn A20: Jetzt ist die Gegenfahrbahn weggesackt - Ursprungsmeldung vom 12. März 2018

Tribsees - Das Loch auf der Autobahn A20 in Mecklenburg-Vorpommern ist erneut deutlich größer geworden und betrifft nun beide Fahrtrichtungen. Nach der Fahrbahn in Richtung Rostock sei jetzt auch die Fahrbahn in Richtung Stettin abgesackt, sagte eine Sprecherin des Schweriner Verkehrsministeriums am Montag. Zuvor hatte der Radiosender „Ostseewelle“ berichtet.

Das Verkehrsministerium zeigte sich nicht überrascht, dass jetzt auch die Gegenfahrbahn abgesackt ist. Dass die A20 an dieser Stelle instabil sei, habe man gewusst. Es sei nur eine Frage der Zeit gewesen, dass auch die Gegenfahrbahn abrutsche. Die Planungen für die Reparatur der Straße seien dadurch nicht beeinflusst.

Abschnitt der Ostsee-Autobahn A20 versinkt im Moor

Die Fahrbahn westlich der Ausfahrt Tribsees war Ende September mehrere Meter tief abgesackt. Wenige Wochen später musste die Autobahn beidseitig gesperrt und der Verkehr auf Landstraßen umgelenkt werden. Das Loch hatte sich zuletzt auf der Fahrbahn nach Rostock von 40 auf 95 Meter Länge vergrößert.

Augenzeugen berichteten am Montag, dass die Gegenfahrbahn auf der gesamten Breite und einer Länge von etwa 40 Metern weggesackt sei. Diese war in den vergangenen Wochen noch von Fahrzeugen der Straßenbaubehörden genutzt worden. Am Montag stellten Behördenmitarbeiter vor der zerstörten Gegenfahrbahn Absperrungen auf.

Was ist der Grund für das Desaster auf der A20?

Der Grund für das Desaster ist ein geschlossenes Torfvorkommen unter der Autobahn. Was genau im Boden geschehen ist, ist weiter unklar. Spekuliert wird über die Verwendung zu schwacher Stützen, nicht überprüfter Techniken oder schlicht Fehlkalkulationen.

Das Loch auf der A20 ist ein Desaster. Wie konnte das nur passieren? 

dpa

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Kommentare