Spülung gedrückt

Totes Baby in Toilette: Mutter muss in Haft

Hildesheim - Zu fünf Jahren Haft hat das Landgericht Hildesheim eine Mutter verurteilt, die ihr Baby auf der Toilette zur Welt brachte. Sie betätigte die Spülung und verscharrte das tote Kind. 

Im Prozess um den Tod eines neugeborenen Jungen hat das Landgericht Hildesheim die Mutter wegen versuchten Totschlags zu fünf Jahren Haft verurteilt. Nach Überzeugung des Gerichts hat die zur Tatzeit 32-Jährige aus Sarstedt mit direktem Tötungsvorsatz gehandelt, als sie das Kind im Oktober 2013 allein auf der Toilette ihrer Wohnung zur Welt brachte und die Wasserspülung betätigte.

Ein Gutachter hatte nicht eindeutig feststellen können, ob das Kind vor, während oder nach der Geburt starb. Den neugeborenen Jungen hatte die dreifache Mutter mit Plastikfolie umwickelt und in einer Grünanlage verscharrt. Das Kind stammte aus einem Seitensprung.

"Sie war in Bedrängnis"

Die Staatsanwaltschaft hatte auf sechs Jahre Haft wegen versuchten Totschlags plädiert, die Verteidigung dagegen einen Freispruch gefordert, weil die Frau geglaubt habe, dass der Säugling tot sei.

Die Kammer ging jedoch davon aus, dass die dreifache Mutter das Kind ablehnte. „Sie hat nicht aus blankem Egoismus gehandelt, sie war in gewisser Bedrängnis und wollte das Kind verschwinden lassen“, sagte der Richter in seiner Urteilsbegründung. Gegen das Urteil kann Revision eingelegt werden.

dpa

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