Nach Terror in Limburg

Nach Limburg: Sollte man nun öffentliche Plätze und Veranstaltungen meiden?

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Muss man sich nach dem mutmaßlichen Anschlag in Limburg Sorgen um die eigene Sicherheit machen?

In den letzten Jahren gab es einige Anschläge und Amokläufe mit Fahrzeugen in Deutschland. Sollten wir uns um unsere Sicherheit in der Öffentlichkeit sorgen?

Limburg - Seit dem Anschlag in Nizza am 14. Juli 2016, bei dem ein Attentäter auf der Promenade des Anglais mit einem Lastwagen durch eine Menschenmenge raste und dabei 86 Menschen getötet und mehr als 400 Menschen verletzt hat, ereigneten sich auch in Deutschland einige Attentate mit Fahrzeugen.

Vor allem wegen der Terrororganisation „Islamischer Staat“ - auch IS genannt - herrscht in ganz Europa seit einigen Jahren erhöhte Terrorgefahr. Daher stellt sich auch die Frage, wie es um die Sicherheit in Deutschland bestellt ist. Kann man noch bedenkenlos öffentliche Plätze und Veranstaltungen besuchen oder sollte man diese aus Angst vor weiteren Anschlägen meiden? Allein in den letzten vier Jahren gab es vier große Vorkommnisse, die ein breites Medienecho fanden.

Anschläge mit Fahrzeugen in Deutschland

Terroranschlag auf einem Weihnachtsmarkt in Berlin 2016:

Am 19. Dezember 2016 steuerte der islamistische Terrorist Anis Amri einen Sattelzug in eine Menschenmenge auf dem Berliner Weihnachtsmarkt an der Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche. Elf Menschen kamen dabei ums Leben, 55 weitere wurden dabei verletzt. Zuvor erschoss der Terrorist den polnischen Fahrer des Sattelzugs, um sich des Fahrzeugs zu bemächtigen.

Nach einer viertägigen Fahndung wurde Anis Amri bei einer Routinekontrolle im italienischen Sesto San Giovanni von einem Polizisten erschossen. Die Terrororganisation „Islamischer Staat“ bekannte sich zu dem Anschlag.

Amokfahrt in Münster 2018:

Am 7. April 2018 fuhr ein 48-jähriger Mann einen Kleinbus in eine Menschenmenge am Kiepenkerl-Denkmal in Münster. Vier Menschen wurden dabei getötet, mehr als 20 weitere wurden zum Teil schwer verletzt. Der Fahrer selbst hat sich nach der Tat erschossen.

Die Polizei konnte nach abgeschlossenen Ermittlungen einen politischen oder extremistischen Tathintergrund ausschließen und geht von einem erweiterten Suizid aus. Im Tatwagen und der Wohnung des Amokfahrers wurden zudem eine Schreckschusswaffe, ein Sturmgewehr vom Typ AK 47 und rund ein Dutzend illegaler Knallkörper sichergestellt.

Amokfahrt in Bottrop, Essen und Oberhausen 2018:

In der Silvesternacht 2018/2019 steuerte der mutmaßliche Täter Andreas N. einen PKW kurz nach Mitternacht in der Bottroper Innenstadt in eine Gruppe Fußgänger. Bei der Tat wurden mehrere Menschen verletzt. Der Fahrer floh anschließend mit seinem Fahrzeug Richtung Essen, wo er vergeblich versuchte, in eine weitere Menschengruppe an einer Bushaltestelle zu rasen. Bei seiner Flucht konnte der Täter von der Polizei gestoppt und festgenommen werden.

Während der Festnahme fiel der Amokfahrer mit rassistischen und fremdenfeindlichen Aussagen auf. Die Polizei ging zunächst von gezielten Taten auf Ausländer beziehungsweise auf Personen mit Migrationshintergrund aus. Ende Januar 2019 teilte die Staatsanwaltschaft mit, dass der Täter in eine psychiatrische Klinik eingewiesen wurde und laut eines Psychiaters mindestens erheblich vermindert schuldfähig sei. Ein Amateurvideo, da ebenfalls Ende Januar auftauchte, zeigt, dass es insgesamt 13 Versuche des Täters gab, Menschen mit seinem Auto zu verletzen oder zu töten, so auch in Oberhausen.

Mutmaßlicher Terroranschlag in Limburg 2019:

Bei dem mutmaßlichen Terroranschlag von Limburg am 7. Oktober 2019 hat ein 32-jähriger Syrer einen LKW gewaltsam unter seine Kontrolle gebracht und an einer Kreuzung nahe dem Landgericht mehrere Fahrzeuge gerammt. Insgesamt acht Menschen wurden dabei verletzt, auch der Täter erlitt Verletzungen. Anschließend wurde der Fahrer festgenommen, wie extratipp.com* berichtet.

Noch ist unklar, ob die Tat ein politisches oder extremistisches Motiv hat oder es sich um einen psychisch Kranken Täter handelt. Auch ist noch unklar, welche Auswirkungen der mutmaßliche Terroranschlag auf die Sicherheitslage in Limburg insbesondere für öffentliche Veranstaltungen ist noch unklar.

Nach Terrorakten: Sollten wir öffentliche Plätze meiden?

Bereits nach dem Anschlag in Berlin hat der Chef des Bundeskriminalamts (BKA), Holger Münch, betont, dass sich die Einschätzung der Terrorgefahr in Deutschland nicht verändert habe. Sprich, man ist bereits vor dem Anschlag davon ausgegangen, „dass der islamistische Terrorismus ganz maßgeblich die Sicherheitslage in Deutschland prägt.“ Ebenso wie andere europäische Staaten befindet sich auch Deutschland seit Jahren im Visier der Terrororganisation „Islamischer Staat“.

Die Behörden können die Sicherheitslage auf beispielsweise Weihnachtsmärkten oder Veranstaltungen auf öffentlichen Plätzen sicherlich erhöhen. Seit dem Anschlag in Berlin wurden zusätzliche Videokameras in deutschen Städten installiert, auch Betonpoller wurden aufgestellt. Zudem werden seitdem zusätzliche Polizisten für solche Veranstaltungen abgestellt. Doch auch diese Sicherheitsmaßnahmen dürften einen entschlossenen Attentäter nicht aufhalten. Absolute Sicherheit kann eben nicht gewährleistet werden.

tf

*extratipp.com ist Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerkes.

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