Mehr im Geldbeutel

Tarifverdienste schneller gestiegen als Inflation

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Unter dem Strich behalten die Beschäftigten somit mehr Geld im Portemonnaie. Foto: Andreas Gebert

Gute Zeiten für viele Tarifbeschäftigte in Deutschland: Ihre Verdienste klettern erneut schneller als die Verbraucherpreise. Das ist auch gut für die gesamte Konjunktur.

Wiesbaden (dpa) - Die Tarifbeschäftigten in Deutschland haben im Schnitt mehr im Geldbeutel. 2017 stiegen ihre Gehälter im sechsten Jahr in Folge stärker als die Inflation.

Um durchschnittlich 2,3 Prozent lagen die Tarifverdienste über dem Vorjahreswert, wie das Statistische Bundesamt mitteilte.

Berücksichtigt sind in dieser Berechnung der Wiesbadener Statistiker auch Sonderzahlungen wie Urlaubs- und Weihnachtsgeld. Ohne diese Leistungen betrug das Plus sogar 2,8 Prozent. In beiden Betrachtungen war es der stärkste Zuwachs seit 2014.

Die Verbraucherpreise erhöhten sich im ablaufenden Jahr nach vorläufigen Berechnungen dagegen nur um 1,7 Prozent. Unter dem Strich behalten die Beschäftigten somit mehr Geld im Portemonnaie. Das stärkt ihre Kaufkraft und kann den Konsum ankurbeln.

Profitieren sollten von dieser Entwicklung die weitaus meisten Arbeitnehmer in Deutschland: Gut drei Viertel von ihnen werden nach Tarif bezahlt. Mit den Angaben bestätigte das Bundesamt vorläufige Zahlen aus der vergangenen Woche.

Überdurchschnittliche Tariferhöhungen gab es in diesem Jahr nach Angaben der Behörde im Bergbau, im Gesundheits- und Sozialwesen sowie bei Wach- und Sicherheitsdiensten mit jeweils plus 2,7 Prozent. Auch im Verarbeitenden Gewerbe stiegen die Tarifverdienste mit plus 2,5 Prozent stärker als in der Gesamtwirtschaft.

Geringer als im Durchschnitt fielen Tariferhöhungen in der Energieversorgung (plus 0,6 Prozent) sowie bei Finanz- und Versicherungsdienstleistungen (plus 1,0 Prozent) aus. Hauptursache nach Angaben der Statistiker: weggefallene Einmal- und Nachzahlungen.

Bundesamt zu Tarifverdiensten 2017

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