Problem in Fukushima

Taifun fegt über Japan hinweg - Zwei Tote

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Menschen räumen in Kyoto eine Straße auf, nachdem ein Taifun sie verwüstet hat

Tokio - Erneut werden die Japaner von Naturgewalten heimgesucht. Ein Taifun bringt Tod und Verderben über ihre Inseln. Auch die Atomruine in Fukushima ist von den heftigen Regenfällen betroffen.

Der Taifun „Man-yi“ hat in Japan eine Spur der Verwüstung hinterlassen und mindestens zwei Menschen in den Tod gerissen. Nie zuvor gesehene Regenfälle sowie Sturmböen brachten Überschwemmungen in weiten Teilen des Landes. Häuser wurden beschädigt, Strommasten kippten um, Flüsse traten über die Ufer. Fast 400 000 Menschen in den Provinzen Kyoto, Shiga, Hyogo und Mie wurden aufgefordert, sich in Sicherheit zu bringen. Zwei Menschen galten noch als vermisst, wie die Feuerwehr bekanntgab.

In Ritto in der Provinz Shiga fanden die Einsatzkräfte die Leiche einer 71 Jahre alten Frau unter den Trümmern ihres Wohnhauses. Eine andere 77 Jahre alte Frau starb unter einem Erdrutsch in Mihama in der Provinz Fukui. Etwa zwei Dutzend Menschen verletzten sich unter anderem an zerbrochenen Fenstern.

Der 18. Taifun der Saison war am Morgen in Zentraljapan auf Land getroffen und bewegte sich weiter in nordöstliche Richtung. Der Bahnverkehr wurde behindert, Flüge mussten gestrichen werden. Gegen Mittag wurden die ersten Warnungen vor den Regenfällen aufgehoben. Bis Dienstagabend (Ortszeit) dürfte sich der Taifun über dem Pazifik zu einem Tiefdruckgebiet abgeschwächt haben, hieß es.

Verseuchtes Fukushima-Wasser ins Meer gelangt?

In der Atomruine Fukushima leitete der Betreiber Tepco aufgestautes Regenwasser aus einem Becken mit Metalltanks für verseuchtes Kühlwasser ab, ohne zuvor die mögliche Belastung mit radioaktivem Cäsium gemessen zu haben, wie die Nachrichtenagentur Jiji Press meldete.

Tepco habe in dem Becken, in dem sieben Tanks stehen, vor dem Eintreffen des Taifuns Wasserpfützen untersucht. Die dabei gemessenen Beta-Strahlen hätten mit höchstens 24 Becquerel deutlich unter den Grenzwerten gelegen. Man am Tag des Taifuns keine neuen Messungen vorgenommen, da man davon ausging, dass es sich um Regenwasser handelte, hieß es. Ein Teil könnte ins Meer gelaufen sein. In einem anderen Bereich waren kürzlich aus einem der rund 1000 Metalltanks etwa 300.000 Liter verstrahlten Wassers ausgelaufen.

Die Internationale Atomenergiebehörde IAEA forderte unterdessen verstärkte Maßnahmen zur Behebung des Problems. Der Austritt verseuchten Wassers im AKW Fukushima sei eine „Angelegenheit von höchster Priorität, die dringend gelöst werden muss“, sagte IAEA-Chef Yukiya Amano zum Auftakt der Vollversammlung der UN-Behörde in Wien.

dpa

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