30 Prozent weniger Gehalt

Diese Stewardess darf nicht mehr fliegen - weil sie zu dick ist

Um ihre Stewardessen zum Abnehmen zu motivieren, kürzt die russische Airline „Aeroflot“ ihnen das Gehalt. Eine mutige Frau fühlt sich nicht motiviert, sondern diskriminiert, und klagt - gegen ihren Arbeitgeber. 

Moskau - Die Zeiten in denen die größte Fluggesellschaft Russlands „Aerolflot“ ihren Mitarbeiterinnen die Kleidergröße vorgeben können, sind dank Evgenia Magurina vorbei. Bislang durften Langstreckenflüge ausschließlich Stewardessen fliegen, die in die Uniformen der Größen 34- 42 passten. Falls dieses Kriterium nicht erfüllt wird, wie bei der 42- jährigen Flugbegleiterin Evgenia, wird man von Flügen in andere Länder außerhalb Russlands gestrichen. Das Resultat: Auf nationalen Flügen wird bei dieser Airline 30% des Gehalts gekürzt. 

Die Airline rechtfertigt dieses Verhalten dem Guardian nach damit, dass der Erfolg einer Fluggesellschaft davon abhängig ist, wie das äußerliche Erscheinungsbild der Stewardessen ist. Außerdem sollten die Mitarbeiterinnen sich doch darüber freuen, dass ihr Arbeitgeber so besorgt um ihre Gesundheit sei und ihnen durch die Kürzung des Gehalts eine „Motivation zum Abnehmen“ gebe. Falls ihnen dieses Einstellungsmerkmal nicht gefällt könnten sie einfach vom Vertrag zurücktreten, so Nikita Krichevsky - sie selbst, ein Mitglied des öffentlichen Rates der Airline - habe es geschafft abzunehmen und versteht nicht, wieso die Mitarbeiterinnen es so unverstellbar finden in eine bestimme Kleidergröße passen zu müssen. 

Der Fakt, dass sich Mitarbeiterinnen fotografieren lassen müssen, vor anderen Mitarbeitern auf die Wage stellen sollen und ihre Maße gemessen werden, wurde Evgenia Magurina am 11. Januar 2017 zu viel: Sie erhob Klage gegen ihren Arbeitgeber. Evgenia fühlt sich gedemütigt und findet es ist endlich Zeit, dass die Diskriminierung bei Aeroflot aufhört.

So sieht eine Stewardess aus, die dem Leitfaden der Airline entspricht

Genau dieses Ziel hat sie erreicht: Die Klage hat sie gewonnen, sowie umgerechnet circa 300 Euro. Aeroflot muss, auch wenn sie weiter bestreiten falsch gehandelt zu haben, in Zukunft auf ihre Kleidergrößenrichtlinie verzichten.

Für Margurina ist es, soberichtet sie dem Guardian, sehr wichtig eine Revolution zu starten. Sie ist stolz auf den Erfolg und hofft, dass andere Frauen ihrem Weg folgen und sich nicht durch ihr Geschlecht, geschweige denn ihr Gewicht benachteiligen lassen. 

nb

Rubriklistenbild: © Sc reenshot Facebook

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