Hunderte Notrufe

Heftiges Sommergewitter trifft Eifel und Niederrhein

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Überflutete Straße in Aachen. Foto: Ralf Roeger/dmp press

Der sommerliche April verabschiedet sich mit einem Knall: Ein heftiges Unwetter fegt in der Nacht zum Montag über den Westen hinweg. Die Unwettergefahr ist vorbei - doch ganz trocken wird der Tanz in den Mai wohl nicht überall.

Aachen (dpa) - Kurz, aber heftig: Mit einem 70-minütigen Unwetter hat sich der April im Westen Deutschlands verabschiedet. Die Gefahr sei vorerst vorbei, hieß es am Montag vom Deutschen Wetterdienst (DWD). Doch auch der Tanz in den Mai könne im Westen stürmisch ausfallen.

In der Nacht zum Montag war ein heftiges Unwetter mit Hagel, Starkregen und Blitzen über die Eifel und angrenzende Regionen in Rheinland-Pfalz, Nordrhein-Westfalen und im Saarland hinweggefegt. Die Einsatzkräfte hatten mit geknickten Bäumen, hochgespülten Gullydeckeln und Überflutungen zu tun. 

Allein während des etwa 70 Minuten dauernden Unwetters gingen in der Leitstelle der Aachener Polizei 320 Notrufe ein. Bei Alsdorf am Nordrand der Eifel wurde ein 43 Jahre alter Autofahrer schwer verletzt, als ein Baum offenbar durch einen Blitzeinschlag umstürzte und das Auto unter sich begrub.

Bis zum Montagmorgen mussten noch zahlreiche vollgelaufene Keller ausgepumpt werden. Die wichtigen Straßen im besonders betroffenen Städteraum Aachen waren am Montag wieder geräumt und befahrbar.

Auch der Europatunnel bei Stolberg in der Städteregion Aachen sei wieder frei, sagte ein Sprecher der Feuerwehr am Vormittag. Dort hatte sich in der Nacht von Sonntag auf Montag das Wasser durch Regen und Hagel rund 80 Zentimeter hoch gesammelt.

Ohne Unwetter, aber mit Stürmen soll es am Maifeiertag im Westen weitergehen, wie Meteorologin Ines Wiegand vom DWD sagte. Wieder trifft es vor allem den Aachener Raum und die Eifel: Dort könnten Sturmböen Geschwindigkeiten bis zu 100 Stundenkilometer erreichen, so die Warnung.

Auch in der Nordhälfte Deutschlands beginnt der Feiertag windig. Im Süden weht der Wind schwächer, allerdings wird es auch hier nicht allzu warm. "Im Westen sind Höchstwerte zwischen 12 und 16, im Osten 15 bis 19 Grad zu erwarten", sagte Meteorologin Jacqueline Kernn von der Wettervorhersagezentrale des Deutschen Wetterdienstes (DWD) in Offenbach am Montag. An der Nordsee werden kaum zehn Grad erreicht.

"Ob nun mit oder ohne Regenschirm um das Feuer getanzt wird, eine dicke Winterjacke ist in allen Regionen des Landes auf jeden Fall angebracht", hieß es vom Wetterdienst zu den Temperaturen in der Nacht zum 1. Mai.

"Der Rest der Woche verläuft unspektakulär", sagte Kernn: viele Wolken, zeitweise Regen in der Südosthälfte und meist trockenes und sonniges Wetter in der Nordwesthälfte. Die Temperaturen bleiben aber "auf für Mai eher kühlem Niveau".

Am Wochenende soll es dann wieder heiter werden. Vorsichtige Prognosen nähren den Experten zufolge die Aussicht auf ein trockenes, sonniges Wochenende mit Temperaturen um die 20 Grad.

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