Verteidiger des Angeklagten nimmt Opfer in die Mangel

Gewerkschaften entsetzt: Polizistin übel zugerichtet – Verfahren eingestellt

Ein gestandener Mann attackiert eine Polizistin und richtet sie übel zu. Vor Gericht wird das Verfahren aber eingestellt - viele Bürger sind erschüttert.

Uelzen - Bevor Polizisten angesichts ihres rauen Arbeitsalltages eine Anzeige in eigener Sache schreiben, muss schon einiges passieren. Bei einer 25-jährigen Kommissarin war eine solche Schwelle im September vergangenen Jahres überschritten, als sie in Uelzens nächtlicher Problemzone, dem Kneipenviertel an der Gudesstraße, von einem Angetrunkenen derart attackiert wurde, dass sie eine Schädelprellung, eine geschwollene Stirn und ein blutunterlaufenes Augenlid erlitt. Der Mann hatte zuvor mit freiem Oberkörper Passanten provoziert, sich mit einem Türsteher angelegt, „Scheiß Bullen“ gebrüllt – und er war ein alter Bekannter.

Die 25-Jährige steht auch neun Monate später sichtlich unter dem Einfluss der Tat, wie sich jetzt vor dem Amtsgericht Uelzen zeigt. Ihre Stimme zittert, als sie sich an die Ereignisse in besagter Nacht erinnert: „Das war eine Demütigung.“

Im aktuellen Fall wurde das Opfer vom Verteidiger des Angeklagten in die Mangel genommen. Er erhob gegen sie schwere Vorwürfe, sodass bei ihr Tränen flossen.

Das Verfahren wurde eingestellt. Die Entscheidung einer Richterin des Uelzener Amtsgerichts erschüttert viele Bürger. Jetzt melden sich die Polizeigewerkschaften zu Wort – und finden deutliche Worte, wie Sie auf az-online.de* lesen können.

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Rubriklistenbild: © Sebastian Gollnow/dpa

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