Polizei ermittelt 

Transsexuelle findet anonyme Hass-Botschaft an Haustür – Facebook löscht Beitrag

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Der Drohbrief, den die Empfängerin aus Oppenheim an ihrer Haustür fand

Eine Frau, die früher als Mann gelebt hat, erhält einen schockierenden Drohbrief. Die Polizei ermittelt nun wegen dieser unfassbaren Hass-Botschaft:

  • 46-Jährige findet Hassbrief an Haustür in Oppenheim
  • Frau lebte früher als Mann – und wird nun bedroht
  • Botschaft auf anonymem Brief macht sprachlos
  • Polizei ermittelt

Update vom 9. November: Eine Hass-Botschaft gegen eine transsexuelle-Frau sorgt derzeit für Zusammenhalt und zahlreiche Solidaritätsbekundungen in den sozialen Medien. Selbst die 46-Jährige, gegen die sich die Drohungen in dem Schreiben richten, ist "völlig geflasht" über die Anteilnahme und dankt allen, die mit dem Teilen ihres Posts auf Facebook ein "Zeichen für Toleranz" setzen würden. Umso trauriger, dass sich der Post nicht mehr finden lässt. Der Grund dafür: Facebook selbst habe ihn gelöscht – weil die 46-Jährige damit angeblich zu Hass aufrufen würde, wie sie in einem anderen Post erklärt! Für die mittlerweile über 350 Kommentatoren ist die Löschung völlig unverständlich. Für diese Art von Umgang mit dem sogenannten "Hate speech" stehen soziale Netzwerke wie Facebook und Twitter in letzter Zeit immer wieder in Kritik, da sie nach Meinung der Öffentlichkeit zu wenig dagegen unternehmen würden. So werden teilweise Posts gelöscht, in denen Opfer die Drohnachrichten gegen sie veröffentlichen, während auf der anderen Seite klare Drohungen und Beleidigungen in Kommentaren stehen gelassen werden.

Transsexuelle findet anonymen Drohbrief an Haustür – Hass-Botschaft macht sprachlos

Oppenheim - Der anonyme Drohbrief, den eine 46-Jährige aus Rheinland-Pfalz an ihrer Haustür fand, macht sprachlos: Die Frau, die früher als Mann gelebt hat, wird in dem Schreiben beleidigt und bedroht. „Früher wärst Du vergast worden, aber heute kriegen wir dich noch“, ist nur eine der schrecklichen Hass-Botschaften, die ein Unbekannter an der Haustür der 46-Jährigen hinterließ. Nachdem der Drohbrief aus Oppenheim (Landkreis Mainz-Bingen) auch in den sozialen Medien auftauchte, wurde die Polizei darauf aufmerksam – und hat nun die Ermittlungen aufgenommen.

Oppenheim: Unfassbare Hass-Botschaft gegen 46-Jährige - „Wer immer diese Transe sieht...“

Wie LUDWIGSHAFEN24* berichtet, kann die Polizei Oppenheim den Tatzeitraum, als der Unbekannte den Hassbrief an die Haustür seines Opfers hängte, auf Donnerstag (22:30 Uhr) bis Freitag (6 Uhr) eingrenzen. „Nach einer Vernehmung der Geschädigten und ersten Spurensicherungsmaßnahmen liegen derzeit noch keine konkreten Hinweise auf den oder die Täter vor“, teilen die Ermittler am Freitag mit. Der Verfasser der Botschaft drohte der 46-jährigen Frau Konsequenzen an – und forderte auch andere Personen dazu auf. Außerdem zieht er Vergleiche zur NS-Zeit. 

Ein Fall aus einer Schule in Grünberg zieht aktuell ebenfalls weite Kreise: Die Schule hatte drei Schüler angezeigt, weil sie nach einem Besuch in einem Konzentrationslager volksverhetzende Lieder gespielt haben sollen. 

Oppenheim: Drohbrief-Opfer äußert sich öffentlich – große Solidarität nach Hass-Botschaft

Dem SWR sagte die 46-Jährige, die den schrecklichen Drohbrief an ihrer Haustür fand, dass sie nicht das erste Mal bedroht wurde sei und deshalb immer Pfefferspray dabei habe. Die transsexuelle Frau aus Oppenheim habe sich entschlossen, sich an die Öffentlichkeit zu wenden, als sie den Drohbrief an ihrer Haustür entdeckte – und teilte den Brief im Internet. Dort habe sie viele aufmunternde Nachrichten erhalten. 

Auch die Stadt Oppenheim ist angesichts der anonymen Drohung schockiert. „Für Intoleranz und intolerante Menschen ist hier nicht nur kein Platz. Vielmehr werden wir als weltoffene Oppenheimerinnen und Oppenheimer diese menschenverachtende Tat nicht hinnehmen“, erklärte Bürgermeister Walter Jertz und rief zur Solidarität auf. Der Stadtchef steht nach Bekanntwerden des Drohbriefs im persönlichen Kontakt zu dem 46-jährigen Opfer, ihren Kindern und ihrer Familie. 

Die Ermittler erhoffen sich nun Hinweise zu dem unfassbaren Fall in Oppenheim. Zeugen können sich unter ☎ 06133 933 100 oder pioppenheim@polizei.rlp.de melden. 

*LUDWIGSHAFEN24 ist Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerks. 

kab

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