Treffen in Wien

Öl-Allianz bleibt auf Kurs: Förderlimit bis Ende 2018

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Seit Januar 2017 haben die 24 kooperierenden Staaten ihre Ölproduktion um insgesamt 1,8 Millionen Barrel am Tag gekürzt. Foto: Robert Ghement

Das Ölkartell Opec sowie andere wichtige Förderstaaten agieren wieder mit breiter Brust. Der steigende Ölpreis gibt Selbstbewusstsein und Zuversicht. Wenig Grund, die Strategie des knapperen Öls zu ändern.

Wien (dpa) - Die Allianz aus 24 wichtigen Ölstaaten will auch 2018 mit einem Förderlimit den Ölpreis möglichst hoch halten. Das Bündnis aus Opec und Nicht-Opec-Ländern beschloss in Wien eine Verlängerung des seit Jahresbeginn geltenden Produktionslimits.

Die Konsequenzen dieses Schritts für die Autofahrer oder Heizölkunden sind noch unklar. Der Ölpreis war speziell in den vergangenen Wochen deutlich gestiegen. Kaum ein Experte rechnet aber damit, dass dieser Trend anhält. Spätestens im Frühling 2018 könnten die Preise für Öl und Benzin angesichts eines insgesamt steigenden Angebots wieder fallen, meinte ein Fachmann vom Forschungsinstituts JBC.

Auch am Donnerstagabend stützte der Beschluss aus Wien die Ölnotierungen noch nicht: Ein Barrel (je 159 Liter) der Nordseesorte Brent zur Lieferung im Januar kostete 62,26 US-Dollar, 27 Cent weniger als am Vortag. Auch die US-Sorte WTI wurde billiger.

Es gelte, die weltweiten Lagerbestände an Öl weiter zu verringern, betonte der saudi-arabische Ölminister und Opec-Präsident Khalid Al-Falih. "Wir sind äußerst optimistisch hinsichtlich der kurz- und mittelfristigen Perspektiven", begründete er die Maßnahme. Auch Russlands Energieminister Alexander Nowak zeigte sich zufrieden. "Wir bleiben flexibel", kündigte er eine genaue Beobachtung des Markts an.

Durch die Zusammenarbeit auf dem Ölsektor entwickelten sich die Beziehungen zwischen Russland und Saudi-Arabien schneller denn je, meinte Nowak. Russland ist einer der drei großen Ölproduzenten der Welt und mit Saudi-Arabien eine der treibenden Kräfte bei der Öl-Koalition, die bis vor einem Jahr als kaum denkbar galt.

Seit Januar 2017 haben die 24 kooperierenden Staaten ihre Ölproduktion um insgesamt 1,8 Millionen Barrel am Tag gekürzt. Die Opec allein hat dadurch 1,2 Millionen Barrel weniger täglich gefördert und liegt nun bei 32,5 Millionen Barrel. Insgesamt werden pro Tag etwa 95 Millionen Barrel nachgefragt.

Die Allianz sieht aktuelle Erfolge bei der Stabilisierung des Ölpreises aber nur als Etappenziel. "Es muss noch viel mehr getan werden, um unsere Ziele nachhaltig zu erreichen", meinte Al-Falih weiter. So seien das Ölkartell und seine neuen Bündnispartner erst auf dem halben Weg, um die weltweiten Lagerbestände an Rohöl wieder auf den mehrjährigen Durchschnitt zu drücken. Der Minister rief alle Bündnispartner auf, sich strikt an das Förderlimit zu halten.

Insbesondere mittel- und langfristig dränge ohnehin wieder sehr viel Öl speziell aus den USA, Kanada und Brasilien auf den Markt, sagte Alexander Pögl von JBC: "Das Förderlimit ist unbedingt nötig. Die Kluft zwischen Angebot und Nachfrage wird 2018 größer." Es werde wohl nötig sein, diese Maßnahme bis 2019 zu verlängern.

Die Kürzung um insgesamt 1,8 Millionen Barrel entspricht etwa zwei Prozent der weltweiten Produktion. Dieser Schritt sowie die zuletzt hohe Nachfrage angesichts der starken Weltkonjunktur hatten den Ölpreis um rund 20 Prozent im Vergleich zu Ende 2016 steigen lassen. Das Fass Öl kostete zuletzt zwischen 60 bis 65 Dollar. 2014 waren noch mehr als 100 Dollar fällig, 2008 hatte der Ölpreis ein Rekordhoch von 146 Dollar erreicht.

Opec-Monatsbericht November 2017

Opec-Marktausblick bis 2040

JBC-Analysen

Entwicklung Rohölpreise 1861-2016

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