Konflikt um Raketenprogramm

Nordkorea meldet erfolgreichen Raketentest

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Das Standbild eines undatierten Videos soll den nordkoreanischen Machthaber Kim Jong Un (M) vor einer Scud-Kurzstreckenrakete zeigen. Foto: Uncredited/KRT

Seoul (dpa) - Nordkorea hat bei seiner Raketenentwicklung nach eigenen Angaben weitere Fortschritte erzielt. Machthaber Kim Jong Un habe den erfolgreichen Test einer "neuartigen präzisionsgelenkten ballistischen Rakete" angeleitet, berichteten die Staatsmedien.

Wann der Start erfolgte, wurde nicht gesagt. Doch einen Tag zuvor hatte Nordkorea, das wegen seines Atom- und Raketenprogramms international isoliert ist, nach Angaben Südkoreas eine Kurzstreckenrakete getestet. 

Nach einem Flug von etwa 450 Kilometern war die Rakete ins Japanische Meer (Ostmeer) gestürzt. Japan und Südkorea warfen dem Nachbarland erneute Provokation vor. Mehrere UN-Resolutionen verbieten der kommunistischen Führung in Pjöngjang den Test ballistischer Raketen. Das sind in der Regel militärische Boden-Boden-Raketen. Sie können je nach Bauart konventionelle, biologische, chemische oder sogar atomare Sprengköpfe ins Ziel befördern. 

Der jüngste Raketentest sollte den nordkoreanischen Berichten zufolge dazu dienen, ein neues Steuerungssystem wie auch die Zuverlässigkeit einer neuen mobilen Startrampe zu überprüfen. Die Rakete habe das angepeilte Ziel mit einer Abweichung von sieben Metern korrekt getroffen. Die Angaben lassen sich nicht unabhängig überprüfen. 

Die Lage in der Region ist nach zwei neuen Atomversuchen und zahlreichen Raketentests durch Nordkorea seit dem vergangenen Jahr sehr angespannt. Nordkorea arbeitet mit Hochdruck an Raketen, die nicht nur Japan und Südkorea, sondern auch die USA treffen können.

Die US-Streitkräfte haben angesichts der zunehmenden Spannungen auf der koreanischen Halbinsel nach Medienberichten erneut Langstreckenbomber nach Südkorea geschickt. Zwei Überschallbomber des Typs B-1B seien bereits am Montag, nur wenige Stunden nach dem erneuten Raketentest durch Nordkorea, über dem Luftraum vor der Ostküste erschienen, berichtete der südkoreanische Sender KBS unter Berufung auf Regierungskreise. Anschließend hätten sie an Übungen mit Südkoreas Luftwaffe teilgenommen.

Die Überflüge der US-Bomber über Südkorea werden als Demonstration der Stärke gesehen. Nordkorea warf den USA militärische Provokation vor. Die USA hätten die Bomber von ihrer Pazifikinsel Guam geschickt, um "erneut eine Übung für den Abwurf von Atombomben durchzuführen", hieß es in den Staatsmedien. 

Die USA hatten in der Vergangenheit als Zeichen der Bündnisstärke bereits mehrfach Langstreckenbomber über Südkorea fliegen lassen. Beim B-1B Lancer handelt es sich laut dem Hersteller Boeing um einen "konventionellen Bomber". Die ursprünglich für die Beförderung von Atomwaffen konzipierte B-1 wurde später entsprechend umgerüstet.

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