Butter bald wieder günstiger

Molkereikonzern DMK setzt auf gentechnikfreie Milch

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"Mit 2,3 Milliarden Kilo GVO-freier Milch ist die DMK Group zum größten Anbieter GVO-freier Milchprodukte in Deutschland und Europa geworden", sagt DMK-Chef Ingo Müller. Foto: Sebastian Gollnow/Illustration

Die Milchmarkt schwankt weiter stark. Das zeigt auch die Entwicklung des Milchgelds für die Bauern, das mal steigt und mal fällt. Die Großmolkerei DMK hat sich einen Strukturwandel verordnet. Was passiert mit den Preisen für wichtige Milchprodukte?

Bremen (dpa) - Deutschlands größte Genossenschaftsmolkerei, das Deutsche Milchkontor (DMK), hat den Anteil an gentechnikfreier Milch erheblich ausgeweitet. Außerdem schätzt das Management, dass Butter in Deutschland in Kürze wieder günstiger werden könnte.

"Mit 2,3 Milliarden Kilo GVO-freier Milch ist die DMK Group zum größten Anbieter GVO-freier Milchprodukte in Deutschland und Europa geworden", sagte DMK-Chef Ingo Müller der Deutschen Presse-Agentur in Bremen. Die hohe Menge sei in 12 Monaten erreicht worden.

Bei der Bezeichnung gentechnikfreie Milch geht es um die Futtermittel für die Milchkühe. Futtermittel können gentechnisch veränderte Organismen (GVO) enthalten. Bei der gentechnikfreien Milch wird ausgeschlossen, dass die Milch von Kühen stammt, die derartige Futtermittel bekommen. Die meisten Molkereien zahlen ihren Landwirten dafür auch einen Bonuszuschlag.

Bei der Butter könnten Verbraucher überdies bald mit sinkenden Preisen rechnen, sagte Müller der "Welt" (Samstag): "Auf dem Spotmarkt ist der Kilopreis für Butter zuletzt massiv unter Druck geraten und um mehrere Euro gesunken. Mit etwas Verzögerung wird das auch im Kühlregal von Supermärkten und Discountern und damit beim Verbraucher ankommen." Der sogenannte Spotpreis bildet sich auf großen Warenterminmärkten, auf denen Agrargüter gehandelt werden.

Die DMK-Bauern bekommen derzeit 0,9 Cent Zuschlag für GVO-freie Milch. Das Milchgeld liegt bei 35 Cent pro Liter. Jährlich verarbeitet das DMK 7,3 Milliarden Kilogramm Milch, die von 7600 Milcherzeugen bereit gestellt wird.

Durch Vertragskündigungen von Bauern zum Jahreswechsel 2017/2018 muss das Unternehmen 2018 einen Ausfall von 450 Millionen Litern verkraften, weitere Kündigungen stehen an. Als Reaktion wurde 2017 entschieden, die Standorte in Rimbeck, Bad Bibra und Bergen zu schließen. "Wir nutzen den Wegfall von Milchmengen, um aus weniger profitablem Geschäft auszusteigen. Das ist ein massiver Wandel für unser Unternehmen. Unser Fokus verschiebt sich", betonte Müller.

Die Devise laute: "Wertschöpfung vor Volumen". Es gehe nicht mehr wie früher um eine Produktionssteigerung, sondern darum, die richtigen Produkte mit hohen Renditen zu produzieren.

Dieser Kurs soll auch im Auslandsgeschäft zum Tragen kommen, das rund 40 Prozent des DMK-Umsatzes von 5,1 Milliarden Euro (2016) ausmacht. "Bisher waren wir hier auf knapp 100 Auslandsmärkten unterwegs. Wir müssen uns aber auf die Märkte konzentrieren, in denen wir gut sind und Profit machen", sagte Müller. "Weniger Märkte, fokussierte Maßnahmen, mehr Kontrolle. Das führt auch zu mehr Profit. Deshalb wollen wir uns auf rund 30 Fokusmärkte konzentrieren." Dazu gehörten Europa, Russland, der Nahe Osten und Nordafrika sowie Asien und dort insbesondere Südostasien.

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