Verlagerung nach Frankfurt

Medien: Deutsche Bank erwägt Teilabzug aus London

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Durch den Brexit-Beschluss vor einer ungewissen Zukunft: Londons Finanz- und Bankendistrikt "Canary Wharf" in London. Foto: Hannah Mckay

Frankfurt/Main (dpa) - Die Deutsche Bank plant Medienberichten zufolge große Teile ihres Handelsgeschäfts von London nach Frankfurt zu verlagern. Das Projekt solle innerhalb der nächsten 18 Monate umgesetzt werden, berichteten das "Handelsblatt" und die Nachrichtenagentur Bloomberg.

Die Überlegungen könnten sich aber noch ändern, je nachdem, wie genau der Ausstieg Großbritanniens aus der Europäischen Union ("Brexit") ausfalle.

Die Bank wolle das Geschäft für europäische Firmenkunden aus der britischen Hauptstadt in ihre Zentrale bringen, berichtete das Handelsblatt. Dabei gehe es um den Umzug von einigen Hundert Mitarbeitern und um 18 000 bis 20 000 Kunden, die künftig mit ihren Konten von Frankfurt aus betreut werden sollten. Daher würden auch die Abwicklung der Wertpapiergeschäfte ("Clearing") und Funktionen wie Risikokontrolle, Rechtsabteilung und Berichtssysteme umziehen.

Wegen des Brexits überlegen zahlreiche internationale Banken, Geschäfte von London nach Frankfurt zu verlagern, da die künftigen Vorschriften für Finanzgeschäfte unklar sind.

Deutsche-Bank-Regulierungsvorstand Sylvie Matherat hatte bereits im April gesagt, dass sich das Geldhaus wegen des Brexits mit dem Umzug von Geschäften mit EU-Kunden beschäftigen müsse. 2000 Mitarbeiter könnten betroffen sein, hieß es damals. Auch sei unklar, ob die Bank künftig Millionen von Transaktionen mit kontinentaleuropäischen Kunden in der EU verbuchen müsse. Dann müssten auch die zugehörigen Risikomanager umziehen, was weitere 2000 Mitarbeiter betreffen würde.

Die Deutsche Bank beschäftigt in London rund 9000 ihrer insgesamt 98 000 Mitarbeiter weltweit. Zu den Berichten wollte sie am Donnerstag keine Stellung nehmen.

Bericht Handelsblatt (kostenpflichtig)

Bericht Bloomberg (englisch)

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