Finanzkrimi in Lettland

Lettlands Zentralbankchef nicht bei EZB-Sitzung dabei

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Lettlands Zentralbankchef Ilmars Rimsevics spricht bei einer Pressekonferenz. Foto: Alexander Welscher

Riga (dpa) - Lettlands Zentralbankchef Ilmars Rimsevics wird am Mittwoch nicht an der Ratssitzung der Europäischen Zentralbank (EZB) teilnehmen.

Statt des in eine Korruptionsaffäre verstrickten Währungshüters des Euro-Landes werde die stellvertretende Bankchefin Zoja Razmusa zu dem Treffen nach Frankfurt reisen, sagte ein Sprecher der Zentralbank der Deutschen Presse-Agentur in Riga. 

Rimsevic war am Dienstag von der lettische Anti-Korruptionsbehörde  KNAB ein Amtsausübungsverbot auferlegt worden - er ist damit von allen Entscheidungs-, Kontroll- und Aufsichtsfunktionen in der Zentralbank suspendiert. Auch darf er das Land nicht verlassen. 

In einem Fernsehinterview am Dienstagabend sagte Rimsevics, er sei bereit, an einer EZB-Sitzung teilzunehmen, sofern er dafür eine Erlaubnis von den Behörden erhielte. Zur Arbeit erschien er nach Angaben des Zentralbanksprechers am Mittwoch zunächst nicht.

Rimsevics war am Wochenende vorübergehend festgenommen und am Montag auf Kaution vorerst wieder freigelassen worden. Der 52-Jährige soll nach Angaben von KNAB mindestens 100 000 Euro Bestechungsgeld verlangt und angenommen haben. Rimsevics bestreitet die Vorwürfe und sieht sich als Opfer eines Komplotts. Trotz Rücktrittsforderungen will der dienstälteste Zentralbankchef der Eurozone im Amt bleiben.

Rimsevics steht seit 2001 an der Spitze der Zentralbank. Seit dem Euro-Beitritt Lettlands 2014 gehört er auch dem EZB-Rat an. Ranghohe Politiker des baltischen EU-Landes forderten Rimsevics bislang  vergeblich zum Rückzug von der Notenbankspitze auf. Die EZB wollte sich bisher nicht zu dem Fall äußern.

Mitschnitt Interview, Lettisch

KNAB zu Ermittlungen

Biographie Rimsevics

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