Staatsanwaltschaft eingeschaltet

29-Jährige stirbt in der JVA - Jetzt muss eine entscheidende Frage geklärt werden

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Todesfall in der JVA Kassel: Mysteriöser Tod von 29-Jähriger in Wehlheiden beschäftigt Staatsanwaltschaft - es gibt einen dunklen Verdacht.

Todesfall in der JVA Kassel: Der Tod einer 29-Jährigen in Wehlheiden beschäftigt jetzt die Staatsanwaltschaft - es gibt einen Verdacht.

Kassel - Der Staatsanwalt ist eingeschaltet: In der Justizvollzugsanstalt (JVA) Kassel gab es am Sonntag einen Todesfall: Eine 29-jährige Gefangene starb im Gefängniskrankenhaus im Kasseler Stadtteil Wehlheiden. Doch es gibt einige offene Fragen. Der Reihe nach.

JVA Kassel: Mysteriöser Tod von 29-Jähriger in Wehlheiden - der Verdacht

Die 29-Jährige war seit September 2017 im Frauengefängnis in Frankfurt. Wegen ihres schlechten gesundheitlichen Zustandes wurde sie im August ins Gefängniskrankenhaus verlegt. Die 29-Jährige hatte bereits eine längere Drogenkarriere hinter sich, war wohl psychisch krank. Am Sonntag wurde sie gegen 17.30 Uhr regungslos in ihrem Bett gefunden. Die Frau wurde die ganze Zeit von einer Kamera in ihrem Haftraum überwacht, hatte um 16.40 Uhr sogar noch gegessen. Einige Male zuvor habe sie das Essen aber verweigert.

Unmittelbar nach dem Versterben der Frau wurden von der JVA Polizei und Staatsanwaltschaft informiert, wie René Brosius, Sprecher des hessischen Justizministeriums, gegenüber extratipp.com am Mittwoch sagte. Es gäbe es keine Hinweise auf ein Verschulden Dritter. Die entscheidende Frage: Wie konnte die Frau trotz ständiger Videoüberwachung sterben? Der Verdacht: Der jahrelange Drogenkonsum könnte den plötzlichen Tod der Frau verursacht haben. Eine Obduktion wurde angeordnet, um die genaue Todesursache zu klären. Eine Anfrage bei der Staatsanwaltschaft Kassel, ob bereits ein Ergebnis vorliege, blieb am Mittwoch zunächst offen. 

Die justizvollzugspolitische Sprecherin der SPD, Heike Hofmann, forderte von Justizministerin Eva Kühne-Hörmann (CDU) Aufklärung. Man werde den Todesfall demnächst in einem Ausschuss thematisieren.

Eine 29-jährige Gefangene starb im Gefängniskrankenhaus im Kasseler Stadtteil Wehlheiden.

Hintergrund zur JVA Kassel: Knapp die Hälfte aller Häftlinge in dem Gefängniskrankenhaus in Wehlheiden sind Drogenabhängige. Die Anlage gehört zur JVA Kassel I, Inhaftierte sind dort lediglich für die Dauer ihrer Behandlung untergebracht. Die JVA Kassel I ist mit dem angegliederten Zentralkrankenhaus landesweit zuständig für männliche wie auch weibliche Gefangene, die einer ständigen ärztlichen Betreuung oder einer stationären Krankenhausbehandlung bedürfen.

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Matthias Kernstock

*extratipp.com ist Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerkes.

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