In stillem Gedenken

Holocaust-Gedenktag: Gabriel erinnert an die Opfer

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Bundesaußenminister Sigmar Gabriel legt in der Holocaust-Gedenkstätte Yad Vashem in Jerusalem zusammen mit dem deutschen Botschafter in Israel einen Kranz nieder. 

Jerusalem/Oswiecim - Außenminister Gabriel betont am Holocaust-Gedenktag in Israel die Verantwortung Deutschlands. 

Außenminister Sigmar Gabriel (SPD) hat bei seinem Antrittsbesuch in Israel am Holocaust-Gedenktag der Opfer gedacht.

"Nirgendwo sieht man so überdeutlich, zu wie viel Bösem Menschen fähig sind und wie unvergleichlich das Leid ist, das über andere gebracht wurde", schrieb Gabriel ins Gästebuch der Holocaust-Gedenkstätte Yad Vashem in Jerusalem. Israel erinnerte mit Sirenengeheul landesweit an die Opfer. In Polen beteiligten sich Tausende Jugendliche am "Marsch der Lebenden".

10.000 Teilnehmer am "Marsch der Lebenden" in Polen

"Zu diesem Tag will ich noch einmal unmissverständlich die historische Verantwortung Deutschlands für den Holocaust und die Verbrechen des Zweiten Weltkriegs bekennen, die uns heute leitet", sagte Gabriel. "Sie ist uns Heutigen Mahnung und Verpflichtung - einzutreten gegen Antisemitismus und für die Menschenwürde, für Toleranz und die Verständigung zwischen den Völkern."

Die Nationalsozialisten hatten während des Zweiten Weltkrieges rund sechs Millionen Juden getötet. In den Gaskammern der Konzentrationslager ermordeten sie auch Sinti und Roma, Homosexuelle und politische Gegner des NS-Regimes.

Rund 10.000 junge Menschen aus aller Welt erinnerten in Polen mit dem "Marsch der Lebenden" an die jüdischen Opfer. Sie gingen von Auschwitz nach Birkenau, dem größten der deutschen Vernichtungslager.

In Israel steht das Leben still

Die österreichische Bildungsministerin Sonja Hammerschmid startete aus diesem Anlass eine Beratung mit Amtskollegen aus Europa und Israel zur Zukunft der Holocaust-Erziehung. Dabei ging es vor allem um die Frage, wie das Gedenken an den Holocaust fortgesetzt werden soll, wenn es keine überlebenden Zeitzeugen mehr gibt. In Israel gibt es nach Angaben des Finanzministeriums noch rund 160 000 Holocaust-Überlebende.

In Israel heulten am Morgen zwei Minuten lang landesweit die Sirenen. Der Verkehr kam zum Stehen, Menschen legten ihre Arbeit nieder und verharrten in stillemGedenken.

Israelis gedenken in Tel Aviv der Ermordung von sechs Millionen Juden durch die Nationalsozialisten während des Zweiten Weltkrieges. 

Bei der zentralen Gedenkfeier in Yad Vashemam Sonntagabend kritisierte Ministerpräsident Benjamin Netanjahu die internationale Gemeinschaft. "Es gibt viele Fälle, in denen die Welt untätig daneben steht und Völkermord nicht verhindert und Massenmord nicht verhindert", sagte Netanjahu. "In Kambodscha, in Ruanda, im Sudan und auch in Syrien." Er lobte den US-Beschuss eines syrischen Militärstützpunktes nach einem mutmaßlichen Giftgasangriff Anfang April.

Gabriel warnt vor neuer Gewalt im Nahen Osten

Altbundespräsident Joachim Gauck wollte am Abend auf Einladung des israelischen Staatspräsidenten Reuven Rivlin an einer Gedenkzeremonie im Norden Israels teilnehmen.

Gabriel bereist noch bis Dienstagabend Israel. Am Dienstag will er bei Gesprächen mit Netanjahu und Palästinenserpräsident Mahmud Abbas für eine Wiederbelebung des Nahost-Friedensprozesses werben.

Zuvor hatte er bei einem Besuch in Jordanien eindringlich vor einem neuen Gewaltausbruch im Nahen Osten gewarnt, wenn der Friedensprozess zwischen Israel und den Palästinensern nicht bald wieder in Gang kommt. "Wer dabei zu lange wartet, der eröffnet den Terrororganisationen dieser Welt ein neues Spielfeld", sagte er am Montag in der Hauptstadt Amman. "Wenn wir diesen Konflikt vernachlässigen, kann er uns eine neue Serie von Gewalt in die Region bringen, wie wir sie in den letzten Jahren noch nicht erlebt haben." Die vorerst letzten Friedensgespräche zwischen Israelis und den Palästinensern waren 2014 gescheitert.

Deutschland gedenkt der Opfer der Nationalsozialisten am 27. Januar, dem Internationalen Holocaust-Gedenktag. An diesem Tag befreite 1945 die Rote Armee das Konzentrationslager Auschwitz.

dpa

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