Bayern und Baden-Württemberg

Hochburgen der Patentanmeldungen liegen im Süden

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Das Deutsche Patent- und Markenamt in München. Foto: Andreas Gebert

Der Süden ist die wirtschaftliche Lokomotive Deutschlands - das spiegelt sich auch bei den Patentanmeldungen wieder. Unter den Top Ten der Erfinder-Firmen ist nur ein Unternehmen aus dem Norden.

München (dpa) - Bayern und Baden-Württemberg liegen in Sachen Erfindergeist weit vor der restlichen Republik. Aus den beiden Südländern kamen im vergangenen Jahr fast zwei Drittel aller inländischen Patentanmeldungen beim Deutschen Patent- und Markenamt in München.

Das geht aus dem am Dienstag veröffentlichten Jahresbericht der Behörde hervor. Bundesweit wurden demnach 47.779 Patente neu angemeldet - davon 29.993 aus Bayern und Baden-Württemberg.

An dritter Stelle folgt deutlich abgeschlagen Nordrhein-Westfalen mit 7209 Anmeldungen, Schlusslichter sind Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern und Sachsen-Anhalt mit zusammen 649 Patentanmeldungen. Eine wesentliche Ursache des Phänomens ist, dass im Süden viele große Unternehmen sitzen, die die meisten Patente anmelden. Unter den Top Ten der Unternehmen mit den meisten Anmeldungen findet sich nur ein norddeutsches Unternehmen - Volkswagen - und nur eines, das nicht mit der Autoindustrie verbandelt ist: Siemens.

Spitzenreiter war 2017 Bosch mit Hauptsitz in Stuttgart vor dem Autozulieferer Schäffler aus Herzogenaurach. Daneben führt das Patentamt fünf weitere Unternehmen mit Sitz im Süden und zwei US-Konzerne auf: Neben Siemens sind das BMW, Audi, Daimler, der Zulieferer ZF Friedrichshafen sowie Ford und General Motors. Ausländer meldeten insgesamt 19.928 Patente an.

Die deutschen Anmeldungen spiegeln nur einen Teil des Erfindergeschehens in der Bundesrepublik, da viele Unternehmen - insbesondere Siemens - lieber gleich beim benachbarten Europäischen Patentamt (EPA) anmelden, das ebenfalls in München ansässig ist. Auch bei den europäischen Anmeldungen gibt es jedoch schon seit Jahren ein ähnliches Bild süddeutscher Dominanz.

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