Neue Spezies kann Tropen-Krankheiten übertragen

Gefährliche Riesen-Zecken in Deutschland gesichtet: Experten schlagen Alarm

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In Hessen wurden gefährliche Riesen-Zecken gefunden: Experten schlagen Alarm und warnen vor der Übertragung von Tropen-Krankheiten.

Dieser Fund beunruhigt Experten in ganz Deutschland: Mehrerer tropischer Riesen-Zecken der Gattung Hyalomma wurden gesichtet. Was an den zu den Spinnentieren zählenden Blutsaugern so bedrohlich ist?

Wetterau - Neben ihrer beeindruckenden Größe von bis zu zwei Zentimeter können sie gefährliche Tropenkrankheiten übertragen, wie extratipp.com* berichtet. Man sollte meinen, wir seien mit unseren heimischen Zecken, die schlimme Krankheitserreger in sich tragen können, bereits genug geplagt.  Doch wegen der in diesem Jahr anhaltenden Hitze, fühlen sich  inzwischen auch tropische Riesen-Zecken in unseren Breitengraden wohl.

Mitarbeiter der U niversität Hohenheim und des Instituts für Mikrobiologie der Bundeswehr in München gaben kürzlich bekannt, dass in Hessen und Niedersachsen bereits sieben Exemplare der Gattung Hyalomma registirert wurden. Die Experten sind höchst beunruhigt, dass die gefährliche Riesen-Zecke in Deutschland heimisch werden könnte. Das wäre der Super-Gau!

Riesen-Zecken der Gattung „Hyalomma“: Darum ist sie so gefährlich

Links unsere heimische Zecke „Holzbock“, rechts die gefährliche tropische Riesen-Zecke „Hyalomma“

Die tropischen Riesen-Zecken unterscheiden sich optisch von unseren heimischen Zecken vor allem in der Größe: Die gigantischen Hyalomma-Zecken sind mit einer Länge von bis zu zwei Zentimeter bedeutend größer als die heimische Zecke, auch „Holzbock“ genannt. Unser Holzbock kann zudem an seinen gestreiften Beinen erkannt werden. Während der Holzbock bisher als Überträger der schwer behandelbaren Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) und Borreliose gefürchtet ist, kann die Riesen-Zecke „Hyalomma“ gefährliche tropische Krankheiten übertragen, die in unseren Breitengraden bislang keine Rolle spielten: Neben dem  Erreger des Zecken-Fleckfiebers können sie auch den viralen Verursacher des gefährlichen Krim-Kongo-Fiebers übertragen. In einem der in Hessen und Niedersachsen registrierten Tiere wurden bereits Rickettsia-Bakterien gefunden, die das Zecken-Fleckfieber auslösen.

So gelangen die gefährlichen Riesen-Zecken nach Hessen

Erwachsene Zecken können auf der Suche nach einem Wirt Entfernungen bis zu 100 Meter zurücklegen.

Nach Vermutung der Experten gelangen die gefährlichen Riesen-Zecken über Vögel nach Deutschland und Hessen. Pferdehalter aufgepasst: Die meisten Exemplare der tropischen Zecke wurden an Pferden gefunden! Beim Striegeln der Tiere kommen die Besitzer ihren Pferden sehr nahe und bemerken die Riesen-Zecken dementsprechend leicht. Ausgewachsene Zecken saugen Blut vor allem an großen Tieren. Auch wir Menschen sind potentielle Wirte für die Spinnentiere. Frühere Entwicklungsstadien des Blutsaugers wie Larven und Nymphen finden sich hingegen vor allem an Vögeln und Kleinsäugetieren. Auf der Suche nach einem geeigneten Wirt, können erwachsene Exemplare des gefährlichen Krankheitsüberträgers Entfernungen von bis zu 100 Metern zurücklegen. 

Gefährliche Riesen-Zecken: Experten befürchten das Schlimmste

Die ungewöhnlich lange andauernde Hitzeperiode mit einhergehender Trockenheit in diesem Jahr bietet den gefährlichen Riesen-Zecken gute Bedingungen. Die Parasitologin Ute Mackenstedt von der Universität Hohenheim in Stuttgart gibt daher Anlass zur Sorge: „Wir gehen davon aus, dass wir mit immer mehr tropischen Zeckenarten in Deutschland rechnen müssen, die sich durch gute Wetterbedingungen hier ansiedeln können“, sagt die Expertin. Die Chancen, dass die in Hessen und Niedersachsen gefundenen Blutsauger in Deutschland heimisch werden könnten stehen also leider gut.

Nicht ganz so gefährlich, dafür aber extrem unappetitlich ist die die Tatsache, dass bei einem Test in jedem zweiten Nagelstudio in Hessen erhebliche hygenische Mängel festgestellt wurden.

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*extratipp.com ist Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerkes.

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