Sie blockierten die Zufahrt

Gaffer werden immer dreister: Retter müssen zu Fuß zum Unfall

Auf der A2 blockieren Gaffer den Weg für die Rettungskräfte - sie müssen die schwere Technik zu Fuß zum Unfallort tragen. Bei einem ähnlichen Vorfall auf der A 7 werden jetzt Strafen verhängt.

Magdeburg - Auf der Autobahn 2 bei Magdeburg hatte sich am späten Montagabend ein Auffahrunfall ereignet. Vier Lastwagen waren darin verwickelt, ein Fahrer sei aus Unaufmerksamkeit auf ein Stauende aufgefahren. Wie tag24.de berichtet, war es zu einer Behinderung der Rettungsarbeiten durch Gaffer gekommen: Zwei der in den Unfall verwickelten Personen wurden schwer verletzt und bedurften sofortiger Rettung. Die Einsatzkräfte konnten demnach jedoch nicht mit ihrem Fahrzeug zu den Betroffenen vordringen, da die nachfolgenden Fahrzeuge den Weg nicht freimachten - stattdessen nutzten sie ihren Platz direkt an der Unfallstelle, um Fotos und Videos von dem Unglück aufzunehmen. 

„Das ist nicht menschlich“

Die Retter mussten zu Fuß weiterlaufen und die zum Teil sehr schwere Technik tragen - einer der Fahrer musste aus dem Fahrzeug geschnitten werden. „Die letzten 200 Meter waren katastrophal“, meinte der Gemeindewehrleiter Dirk Jeitner. Ralf Paust von der Freiwilligen Feuerwehr, der als Ersthelfer vor Ort war, klagte: „Es war einfach schlimm. Die Leute wollten gaffen und Fotos machen. Das ist nicht menschlich.“ 

Als die A 2 nach drei Stunden wieder freigegeben wurde, dauerte es nur Minuten bis sich dort der nächste Unfall am Stauende ereignete - erneut waren vier Fahrzeuge, diesmal vier Pkw, verwickelt. Einer der Betroffenen wurde schwer verletzt in ein Krankenhaus gebracht.

Auch in Neu-Ulm war es zu einem Vorfall dieser Art gekommen:

Neu-Ulm -  Nach einem Unfall auf der Autobahn 7 in der Nähe von Neu-Ulm müssen mehrere Gaffer mit Bußgeldbescheiden rechnen. Wie die Polizei am Dienstag berichtete, hatten acht Autofahrer am Vortag im Vorbeifahren an der Unfallstelle ihre Handys gezückt und Aufnahmen gemacht. Für die Nutzung der Mobiltelefone sind nun jeweils 60 Euro fällig, zudem gibt es einen Punkt in der Flensburger Verkehrssünderkartei. 

Auf der A 7 war ein Sattelschlepper verunglückt. Der Fahrer hatte offenbar nicht aufgepasst, war von der Straße abgekommen und mit seinem 40-Tonner umgekippt. Es entstand ein Sachschaden von 220 000 Euro, der Unfallverursacher blieb unverletzt. Die Bergung des Lasters und der Ladung dauerte bis in die Nacht zum Dienstag.

Immer wieder gibt es Probleme mit Gaffern. Erst kürzlich hatte ein Verkehrsteilnehmer den Todeskampf eines Motorradfahrers gefilmt - merkur.de* hatte berichtet.

mm/tz/dpa


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