111 Institute im Stresstest

EZB sieht Banken im Euroraum gerüstet für Zinsschocks

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Frankfurts Bankentürme im Abendlicht: Auch die deutschen Institute sínd nach Ansicht der EZB für einen Zinsanstieg gerüstet. Foto: Daniel Reinhardt

Die Zinsen werden nicht ewig niedrig bleiben. Sind die Banken im Euroraum auf einen Zinsauftrieb vorbereitet?

Frankfurt/Main - Die Großbanken im Euroraum sind nach Einschätzung der Europäische Zentralbank (EZB) grundsätzlich gerüstet für plötzlich steigende Zinsen.

Insgesamt gebe es keinen Grund zur Sorge, sagte Korbinian Ibel, Generaldirektor bei der EZB-Bankenaufsicht bei der Vorstellung der Ergebnisse des abgespeckten Stresstests in Frankfurt. Die meisten Geldhäuser managen der EZB zufolge die Risiken gut. 51 Institute brauchen nach den Ergebnissen des Tests allerdings etwas mehr Kapital. Eigenkapital gilt als Puffer für Krisen.

Die Aufseher hatten die Bankbücher von 111 europäischen Instituten genauer unter die Lupe genommen und geprüft, wie verwundbar die Geldhäuser bei einem plötzlichen Zinsschock wären.

Seit Jahren müssen sich die Banken mit niedrigen, teils sogar negativen Zinsen in Europa arrangieren. Grundsätzlich sind höhere Zinsen gut für die Institute, da sie dann mehr verdienen. Steigen die Zinsen allerdings zu schnell zu stark, spricht man von einem Zinsschock. Dieser gilt als Gift für den gesamten Finanzmarkt.

Die Ergebnisse flossen in den regelmäßigen Überprüfungs- und Bewertungsprozess ("Supervisory Review and Evaluation Process"/SREP) der EZB ein. Dabei legen die Aufseher individuelle Kapitalzuschläge für Banken fest. Die aktuellen Ergebnisse werden bei den Kapitalvorgaben für das kommende Jahr berücksichtigt.

Die EZB beaufsichtigt seit November 2014 die größten Bankengruppen im Euroraum direkt. Der nächste große EU-weite Banken-Stresstest ist für 2018 geplant.

EZB-Mitteilung

Fragen und Antworten zu SREP

Fragen und Antworten zum EU-weiten Bankenstresstest 2016

EZB-Stresstest 2017

dpa

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