Geräumter Hochhauskomplex 

Evakuierung in Dortmund: Nur wenige Bewohner nutzten Notunterkunft

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Am Donnerstag räumte die Dortmunder Feuerwehr den Hochhauskomplex mit mehr als 400 Wohnungen wegen Brandgefahr. 

Die meisten der etwa 800 Bewohner des wegen Brandschutzmängeln evakuierten Dortmunder Hochhauskomplexes haben die Nacht wohl bei Freunden und Angehörigen verbracht.

Dortmund - Denn in einer als Notunterkunft dienenden Leichtathletikhalle blieben zahlreiche der 500 aufgestellten Feldbetten ungenutzt. Nach Angaben der Stadt Dortmund waren lediglich 135 dieser Betten in der Nacht belegt.

Mehr als 400 Wohnungen mussten aus Brandschutzgründen geräumt werden

Die Menschen wurden von den Hilfsdiensten mit Essen und Trinken versorgt, wie ein Sprecher der Stadt Dortmund am Freitag sagte. Die Helmut-Körnig-Halle soll für zwei Nächte zur Unterbringung dienen. Für die Zeit danach müssten kommunale Wohnungen oder Gemeinschaftsunterkünfte organisiert werden. Die Stadt wollte am Freitagvormittag mit Infoständen an der Halle sowie am evakuierten Hochhauskomplex informieren.

Der große Wohnkomplex Hannibal II im Stadtteil Dorstfeld mit mehr als 400 Wohnungen war am Donnerstagabend aus Brandschutzgründen geräumt werden. Am Freitagmorgen waren dort Mitarbeiter eines privaten Sicherheitsdienstes im Einsatz. Auch Mitarbeiter der Feuerwehr waren vor Ort, an die sich der eine oder andere Bürger mit einer Frage wandte. Der Eigentümer des riesigen Komplexes hält die von der Stadt initiierte Räumung für nicht rechtens und unangemessen.

Sicherheitsdienst bewacht geräumte Wohnungen in Dortmunder Hochhauskomplex

Der Gebäudekomplex wird mittlerweile von einem Sicherheitsdienst kontrolliert. Zugleich wurden betroffene Bewohner am Freitagmorgen über das weitere Vorgehen und ihre Unterbringung informiert, wie die Stadt mitteilte. . Die Ortsbesichtigung und eine anschließende Analyse der Aktenlage ergab demnach, dass nach "ungenehmigten Umbauarbeiten kein Brandschutz mehr existiert". 

Die Wünsche des Mieters sollen immer im Vordergrund stehen 

Bemängelt wurden fehlender Brandschutz in der Tiefgarage, nicht brandsichere Schächte mit direkten Verbindungen in die Wohnungen sowie fehlende Rettungswege. Wegen der "akuten Gefahren für Leib und Leben" beschloss der am Donnerstag eingesetzte Krisenstab der Stadt, das Gebäude sofort zu evakuieren, wie es in einer Mitteilung der Stadt hieß. "Wir stellen die Interessen der Mieter über alles", erklärte Krisenstabsleiter Ludger Wilde. 

Im Gegenzug erklärte der Eigentümer Intown in Berlin, die Firma halte "die Maßnahme der Räumung des Wohnkomplexes für nicht rechtens, für unangemessen und ermessensfehlerhaft". Intown habe am Donnerstag erstmals von den detaillierten Brandschutzbedenken und baurechtlichen Themen Kenntnis erhalten und "keinerlei Zeit für eine Reaktion in der Sache gehabt", betonte Firmenchef Sascha Hettrich.

dpa



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