Am Donnerstag

ESA- und Nasa-Forscher wollen an harmlosem Asteroiden für den Ernstfall üben

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Der Asteroid der am Donnerstag an der Erde vorbeifliegen soll, stellt keine Gefahr für den Planeten dar.

Zwar stellt der Asteroid, der am Donnerstag an der Erde vorbeifliegen soll keine Bedrohung dar. Die Raumfahrtbehörden ESA und Nasa wollen dennoch den Ernstfall proben.

Paris - Gefährlich ist der Asteroid dieses Mal zwar nicht, der am Donnerstag an der Erde vorbeirauschen soll. Doch Experten der europäischen Raumfahrtbehörde ESA und ihre Nasa-Kollegen wollen die Gelegenheit nutzen, um für den Fall einer ernsten Bedrohung unseres Planeten zu üben. 

"Dieses Mal ist es kein Besorgnis erregender Fall, aber wir werden ihn nutzen, um zu trainieren", sagte der deutsche ESA-Wissenschaftler Detlef Koschny am Dienstag der Nachrichtenagentur AFP. Bis wirklich einmal ein gefährlicher Asteroid auf die Erde zufliege, wollten die Raumfahrt-Experten dafür schon mehrfach geübt haben, fügte Koschny hinzu, der bei der ESA Ko-Direktor der Abteilung Erdnahe Objekte ist. Die Übung am Donnerstag soll von der University of Maryland koordiniert werden. Außer der ESA und der Nasa sind mehrere Sternwarten beteiligt. 

Die Institute sollen ihre Informationen über den Asteroiden an die beteiligten Katastrophenschutzzentren melden, erläuterte Koschny. Danach werde überprüft, ob die Angaben verständlich sind und ob der Informationsaustausch verbessert werden muss. Der im Jahr 2012 entdeckte Asteroid namens 2012 TC4 soll im Jahr 2050 erneut an der Erde vorbeifliegen, frühestens 2079 könnte er auf der Erde einschlagen. Am Donnerstag soll der Asteroid gegen 7.40 Uhr MESZ zwischen Erde und Mond hindurchfliegen. Er ist laut Koschny zwischen 15 und 30 Metern groß und hat damit in etwa die Ausmaße eines großen Hauses. 

Im Verhältnis zur Erde sei dies "ein sehr kleines Objekt", sagte Koschny. Sein Nasa-Kollege Michael Kelley sagte AFP, der Asteroid fliege in mindestens 44.000 Kilometern Entfernung an der Erde vorbei. Dabei seien auch keine Satelliten bedroht; die größte Entfernung von Satelliten zur Erde beträgt 36.000 Kilometer. Der Asteroid wird am Himmel im besten Fall als kleiner Leuchtpunkt zu sehen sein - allerdings nicht mit bloßem Auge. Amateur-Astronomen könnten ihn aber mit einem guten Teleskop zu sehen bekommen. Die besten Bedingungen für die Beobachtung von 2012 TC4 gibt es in Australien, in Europa geht während seiner Passage bereits die Sonne auf.

Bereits mehrmals verfehlten Asteroiden die Erde nur knapp. 

afp

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