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Wie in Hollywood: NASA schießt Asteroiden-Mond ab – Ergebnisse „ziemlich unglaublich“

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Von: Christoph Gschoßmann

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„Dart“-Mission
Dieses Videostandbild aus einem NASA-Livestream zeigt, wie die Raumsonde „Dart“ („Double Asteroid Redirection Test“) auf den Asteroiden Dimorphos stürzt. © ASI/NASA/AP/dpa

Es klingt wie im Film: Wissenschaftler von der Erde schießen Asteroiden ab. Dies ist nun erstmals Realität geworden, auch wenn es „nur“ ein Asteroidenmond war.

München - Man kennt es sonst nur aus Hollywoodfilmen: Ein Asteroid kracht in ein Spaceshuttle - gewöhnlich der Vorbote eines planetenbedrohenden Endzeitszenarios. Nicht so im echten Leben. Zum ersten Mal wurde eine absichtliche Kollision zwischen einer NASA-Sonde und einem Asteroiden-Mond eingeleitet. Es krachte gewaltig im All - und die Forscher versprechen sich davon nützliche Informationen für die Zukunft. Denn was sie bei der Analyse gesehen haben, sei „ziemlich unglaublich“.

Die US-amerikanische Raumfahrtbehörde NASA hatte die Sonde gezielt in Richtung von „Dimorphos“ geschickt, um dessen Laufbahn zu verändern - gar nicht so unähnlich also, wie das bei so manchem Hollywoodfilm passiert. Bei „Armageddon“ etwa wird der erdbedrohende Asteroid nicht von einer Sonde, sondern einer Atombombe gesprengt. Dimporphos kreist um den Asteroiden Didymos.

Staubwolke mit Durchmesser von mehreren tausend Kilometern

Die NASA-Sonde „DART“ traf den Dimorphos mit voller Wucht. Das Asteroiden-Warnsystem Atlas veröffentlichte ein Video der Mission, das aus Bildern seines Teleskops in Südafrika zusammengesetzt wurde. Nach Angaben von Atlas-Wissenschaftler Larry Denneau nahm das Teleskop dafür alle 40 Sekunden ein Bild auf. Das daraus entstandene Video gebe daher einen Zeitraum von zwei Stunden im Zeitraffer wieder. Denneau erklärte, dass die „DART“-Sonde bei ihrem Aufprall eine „sehr, sehr große“ Staubwolke erzeugt habe. Sie habe einen Durchmesser von mehreren tausend Kilometern gehabt.

Auf den Videos aus der Missionszentrale sind jubelnde Mitarbeiter zu sehen, nachdem klar wurde, dass der Aufprall gewaltig war. „Wir haben bei Dimorphos einen Schaden angerichtet“, erklärte Patrick Michel von der Europäischen Weltraumagentur (ESA), die an der Auswertung des Experiments beteiligt ist. So sei das Volumen des „hinausgeschleuderten Materials“ „ziemlich unglaublich“.

Die Umlaufbahn wurde um zehn Minuten verändert. Anhand der Staubwolke können außerdem nun Schätzungen zur Dichte der Oberfläche von Dimorphos angestellt werden. Die Analyse des Aufpralls ist noch nicht abgeschlossen. Für eine noch genauere Untersuchung will die ESA 2024 ihre Sonde „Hera“ losschicken, die den Asteroiden in zwei Jahren erreichen soll. Auch das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) ist daran maßgeblich beteiligt. (cg)

Den Planeten Saturn erkennen viele anhand der Ringe, von denen er umgeben ist. NASA-Forscher entdeckten nun allerdings, dass der Planet die Ringe zunehmend verliert.

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