Solide Entwicklung

Eon verdient dank guten Netzgeschäfts deutlich mehr Geld

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Das Logo vom Energiekonzern E.ON an der Konzernzentrale in Essen. Foto: Ina Fassbender

Im vergangenen Jahr gab es beim Energieriesen tiefrote Zahlen wegen der Aufspaltung des Unternehmens. Nun verdienen die Essener wieder besser. Gelingt der Verkauf der Kraftwerkstochter Uniper wie geplant, fließen weitere Milliarden.

Essen (dpa) - Der Energiekonzern Eon hat in den ersten neun Monaten dank eines guten Netzgeschäftes und niedrigerer Zinslasten deutlich mehr verdient. Inklusive von Sondererträgen aus der zurückerhaltenen Brennelementesteuer lag der Gewinn bei 3,7 Milliarden Euro, wie Eon heute in Essen mitteilte.

Im Vorjahreszeitraum hatte es noch Milliardenverluste wegen hoher Abschreibungen gegeben. Auch um Sondereffekte bereinigt wuchs der Konzernüberschuss in den drei Quartalen um etwa 50 Prozent auf 965 Millionen Euro.

Eon habe dabei den schwachen Start in das Jahr im zweiten und dritten Quartal weitgehend wettgemacht, schrieb Konzernchef Johannes Teyssen in einem Brief an die Aktionäre. Der Umsatz sank insgesamt leicht um 1 Prozent auf 27,9 Milliarden Euro.

Eon kommt bei der Sanierung der Bilanz voran. Auch durch die Rückzahlung ungerechtfertigter Atomsteuern im ersten Halbjahr ging die Verschuldung nach neun Monaten auf 19,7 Milliarden Euro zurück - nach rund 26,3 zum Ende 2016. Den Jahresausblick bekräftigte Eon und erwartet für 2017 ein bereinigtes Nettoergebnis von 1,2 bis 1,45 Milliarden Euro. Eon liege im Plan und sei auf gutem Weg, sich neuen Spielraum für künftige Investitionen und höhere Dividenden zu erarbeiten, sagte Finanzchef Marc Spieker in einer Telefonkonferenz.

Nach der Abspaltung seiner Kraftwerkstochter Uniper 2016 konzentriert Eon sich auf das Geschäft mit erneuerbaren Energien. Erst kürzlich hat der Konzern vereinbart, seine restlichen Uniper-Anteile von knapp 47 Prozent an die finnische Fortum zu verkaufen. Eon würden so 3,8 Milliarden Euro zufließen. Eine finale Entscheidung soll Anfang kommenden Jahres getroffen werden, so Spieker. Viele Beobachter halten den Deal für sicher, da Eon sich für den Fall eines Rückziehers zu einer hohen Strafzahlung verpflichtet hat. Das Uniper-Management kämpft indes bislang vehement gegen einen Verkauf.

Schwächen zeigte das britische Geschäft von Eon. Wegen der schwierigen Marktbedingungen habe der Konzern seit Jahresbeginn netto 200 000 Kunden verloren. Anders als Konkurrent Innogy wolle Eon sein britisches Geschäft aber selbst weiterentwickeln, sagte Spieker. Eon sei in dem Markt langfristig überlebensfähig. Innogy hatte am Morgen angekündigt, sein britisches Vertriebsgeschäft mit Teilen der britischen SSE zusammenlegen und an dem neuen Unternehmen nur noch eine Minderheitsposition halten zu wollen.

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