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Massives Stromausfall-Chaos in Dresden: Ursache nun bekannt - Anschlag nicht ausgeschlossen

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Von: Martina Lippl

Mitarbeiter der SachsenNetze vor Ort im Gespräch mit der Kriminalpolizei.
Mitarbeiter der SachsenNetze vor Ort im Gespräch mit der Kriminalpolizei. © SachsenEnergie

Das Handynetz brach zusammen, Ampel fielen aus und Straßenbahnen standen still. Ein Stromausfall in Dresden sorgte für Chaos. Die Polizei ermittelt.

Update vom 14. September, 13.13 Uhr: Zu dem Mega-Stromausfall hat sich die Polizei und der Netzbetreiber SachsenEnergie auf einer Pressekonferenz geäußert. Ein mit Aluminium beschichteter Ballon hat nach ersten Erkenntnissen einen Kurzschluss in einem Umspannwerk verursacht. Von dem Blackout waren 300.000 Haushalte in Dresden und Umgebung betroffen. Zunächst ist immer noch unklar, ob der Ballon gezielt gesteuert wurde oder durch einen Zufall an die neuralgische Stelle des Einspeise-Umspannwerks Dresden Süd gelangte.

Blackout in Dresden ein Anschlag? „Bekennerschreiben fehlt“

Bei dem Ballon bzw. bei den Ballon-Resten handle es sich um einen „ganz normalen Ballon“, wie es ihn auf Jahrmärkten oder auf Hochzeiten gibt, sagte Polizeisprecher Thomas Geithner. Er sei nicht manipuliert oder präpariert worden. „Wir gehen davon aus, dass es fahrlässig war.“ Zudem fehle es an einem Bekennerschreiben. „Eigentlich müsste man sich damit brüsten“, so der Polizeisprecher. Allerdings räumt der Ermittler ein, dass es faktisch nicht auszuschließen, dass der Ballon dort platziert wurde.

Der massive Stromausfall in Dresden sei „ungewöhnlich gewesen“. Der Staatsschutz wurde eingeschaltet, weil ein „politischer Hintergrund“ anfangs nicht ausgeschlossen werden konnte. In Dresden habe es genau zu diesem Zeitpunkt eine Gerichtsverhandlung gegeben, die im Zusammenhang mit dem Stromausfall gesehen wurde.

Der Betreiber will sich nicht im Detail zu der Anlage und ihren neuralgischen Stellen äußern. Der Vorfall werde untersucht. Präventionsmaßnahmen sollen in Zukunft jedoch verbessert werden. Die Videoüberwachung solle beispielsweise ausgeweitet werden.

Mega-Stromausfall in Dresden: War es ein Anschlag? 300.000 Haushalte ohne Strom

Erstmeldung vom 14. September 2021

Dresden - Nach dem großflächigen Stromausfall in Dresden am Montag ermittelt die Polizei weiter zur genauen Ursache. Von dem Blackout waren zeitweise 300.000 Haushalte und Industriekunden in Dresden und Umgebung betroffen. In den Dresdner Kliniken und im Rathaus sprangen die Notstromaggregate an. Auch sonst verursachte der Stromausfall reichlich Chaos. Die Störung war selbst in Städten wie Radebeul, Radeberg und Freital zu bemerken.

Massiver Blackout in Dresden - Großeinsatz von Feuerwehr und Rettungskräften

Menschen blieben in Aufzügen stecken. Bei der Feuerwehr Dresden und beim Rettungsdienst gingen zahlreiche Notrufe ein. 24 Mal rückten die Einsatzkräfte der Feuerwehr aus, um Menschen aus Aufzügen zu retten. Automatische Brandmeldeanlagen verursachten vier Fehlalarme. Im Georg-Arnold-Bad gab es eine Überflutung durch Abwasser, weil wegen des Stromausfalls eine Hebeanlage nicht funktionierte. Außerdem rückten die Retter einige Male zu Patienten aus, deren Heimbeatmungsgeräte infolge des Stromausfalls nur für eine begrenzte Zeit funktionierten.

Exakt um 13.53 Uhr bliebt der Strom in Dresden weg, teilte SachsenEnergie mit. Und weiter: „Grund dafür war ein Ausfall der 110-Kilovolt-Anlage aufgrund einer Störung im Umspannwerk Dresden Süd.“

Stromausfall in Dresden: War es ein Anschlag?

Reste eines metallbeschichteten Ballons wurden sichergestellt.
Reste eines metallbeschichteten Ballons wurden sichergestellt. © SachsenNetze

Bei der Suche nach der Störungsursache fand die Polizei verschmorte Reste eines Ballons. Es sei noch unklar, ob der metallbeschichtete Ballon, der den Stromausfall vermutlich verursachte, gezielt gesteuert oder zufällig an die neuralgische Stelle des Einspeise-Umspannwerks Dresden Süd gelangt sei, sagte ein Sprecher der Polizei am Dienstagmorgen. (ml mit Material der dpa) *Merkur.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

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