Eine Million Hektar zerstört

Doppelt so viel wie 2016: Waldbrand-Rekord in Brasilien

+
Waldbrand. Symbolbild

Noch nie wurden derart viele Waldbrände in Brasilien registriert wie 2017. 

Im laufenden Jahr wurden 272.000 Waldbrände in ganz Brasilien gezählt, fast doppelt so viele wie 2016, berichten brasilianische Medien (Montag). Durch absichtlich gelegte Feuer wurden demnach rund eine Million Hektar Naturschutzgebiete zerstört. In indigenen Schutzzonen stieg die Zahl der Brände um 70 Prozent auf mehr als 7.000.

Die Amazonasregion registrierte 50,4 Prozent der Brände, gefolgt von der zentralbrasilianischen Cerrado-Savanne mit 34,1 Prozent. Experten glauben, dass durch das trockenere Klima der vergangenen Jahre die Wälder anfälliger für Brände seien. Zudem könnten sich die Feuer aufgrund verstärkter Abholzung in bislang unberührten Gebieten besser ausbreiten.

Agrarindustire trägt Mitschuld

Hinter den zunehmenden Bränden stecke zudem der Versuch der Agrarindustrie, ihre Weideflächen auch in bisher geschützte Gebiete auszudehnen, erläutert Christian Berlinck von der staatlichen Umweltschutzbehörde ICMBio der Zeitung „O Globo“. „Dahinter stehen Landkonflikte. Wenn man das Land nicht bekommen kann, zündet man es an.“

2017 wurden in ganz Brasilien auch in zahlreichen Naturparks Feuer gelegt. Vor Ort kümmere es oft niemanden, dass damit gegen Gesetze verstoßen werde, so Alberto Setzer vom staatlichen Klima-Überwachungsdienst INPE. Seit 1999 zählt INPE per Satellitenbildern Brände.

dpa

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Kommentare