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Nach privater „Querdenker“-Party: Nächstes Nena-Konzert abgesagt

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Von: Isabel Wetzel

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Die Haltung der Sängerin Nena zu Corona-Regeln sorgt für Aufregung: Nach einer privaten Party mit „Querdenkern“ sagt ein weiterer Veranstalter ein Konzert ab.

Tüßling – Im oberbayerischen Tüßling wurde für Donnerstag (19.08.2021) das nächste Nena*-Konzert abgesagt. Die Sängerin hat in den vergangenen Wochen mit Äußerungen zu geltenden Corona-Maßnahmen immer wieder für Diskussionsstoff gesorgt: Sie sympathisierte mit Corona-Leugner:innen bei einer eskalierten Demonstration in Kassel. Bei einem Konzert Mitte Juli in Berlin rief Nena ihre Fans sogar dazu auf, die Corona-Regeln einfach zu ignorieren*. Viele Veranstalter reagierten, ein Konzert in Berlin wurde vorzeitig abgebrochen, weitere, beispielsweise in Wetzlar oder Bad Segeberg, wurden komplett abgesagt.

Nena distanzierte sich immer wieder von der „Querdenker“-Szene und beteuerte wiederholt, nicht als Corona-Leugnerin verstanden werden zu wollen*. Aus diesem Grund sollte das Konzert in Oberbayern trotz allem stattfinden. Die Veranstalter, die das Konzert der Pop-Ikone in Tüßling nun für Donnerstag abgesagt haben, erklärten auf ihrer Webseite, man habe zunächst an der Veranstaltung festgehalten, weil Nena erst vor wenigen Wochen durch ihr Management betonen ließ, dass sie „in keinster Weise mit der ‚Querdenker‘-Gesinnung sympathisiere“.

Nena auf einer Open-Air-Veranstaltung in Erfurt.
Nena auf einer Open-Air-Veranstaltung in Erfurt. © Michael Kremer/Imago

Konzert trotz „Querdenker“-Distanzierung abgesagt: Nenas „Ideologie“ sei nicht zu leugnen

Die Distanzierungsversuche verloren allerdings abrupt an Glaubwürdigkeit, als Nena Mitte August auf einer Veranstaltung mit der radkialen Corona-Leugner-Szene feierte* – zusammen mit zahlreichen Verschwörungsideolog:innen, einigen „Reichsbürger:innen“ und Anhänger:innen der „QAnon“-Bewegung. Die Veranstaltung am Katzenbachsee in Baden-Württemberg wurde mit dem Titel „Q-Sommernachtstraum“ überschrieben. Das „Q“ stand dabei wohl für den rechtsextremen Verschwörungskult „QAnon“.

Nur einen Tag später rechtfertigte sich Nena auf Facebook für die Teilnahme an der Corona-Party. „Ihr Lieben, ich folge keiner Ideologie und lehne alles ab, was Hass, Angst und Spaltung bringt“, schreibt sie. „Auch weiterhin werde ich nicht in die Abspaltung gehen und Menschen ausgrenzen, nur weil sie vielleicht anders sind, anders denken oder anders fühlen als ich“, heißt es in dem Statement weiter.

Doch der Veranstalter ihres nächsten Konzertes, Cofo Entertainment, ließ sich davon nicht überzeugen. Es lasse sich nun nicht mehr leugnen, dass „Nena ‚bestimmte Ideologien‘ unterstützt“, teilte der Veranstalter mit.

Obwohl sich die Sängerin vor einigen Wochen noch von einer „Querdenker-Gesinnung“ distanziert habe, habe es zuletzt immer mehr „negative Schlagzeilen gegeben“. Sie machte immer wieder mit harscher Kritik an den Corona*-Maßnahmen auf sich aufmerksam. 

Nena
Name:Gabriele Susanne Kerner
Geboren:24. März 1960 (61)
Partner:Philipp Palm
Durchbruch:99 Luftballons (1983)
Genre:Neue Deutsche Welle; Pop

Nächstes Nena-Konzert nach Corona-Party abgesagt: Keine politische Bühne

Eigentlich hätte die Popsängerin am 19. August beim „back2live - VR Musiksommer“ auftreten sollen. Der Cofo-Geschäftsführer Oliver Forster sieht die Absage des Konzertes im bayerischen Landkreis Altötting nun allerdings als unumgänglichen Schritt: „Wir wollen mit unseren Konzerten Freude und positive Stimmung verbreiten. Das wäre mit den letzten Entwicklungen schwierig geworden“, sagte er der Deutschen Presse-Agentur. „Wir bieten jedes Jahr gerne eine kulturelle, vielfältige Bühne - aber eine politische Bühne soll es nicht sein“. (iwe)*fr.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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