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RKI-Statement zur Corona-Lage: Spahn erklärt gefährlichen Unterschied zum letzten Jahr

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Von: Jennifer Lanzinger, Felix Durach

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Gesundheitsminister Spahn und RKi-Präsident Wieler haben am Mittwoch in einer Pressekonferenz einen Ausblick auf die Corona-Lage im Herbst gegeben. Der Corona-News-Ticker.

Update vom 6. Oktober, 12.45 Uhr: Die Maskenpflicht an den Schulen in Nordrhein-Westfalen soll am 2. November weitestgehend aufgehoben werden. Nach Angaben des Schulministeriums in Düsseldorf vom Mittwoch beabsichtigt die Landesregierung, die Maskenpflicht unter Berücksichtigung des weiteren Infektionsgeschehens im Unterricht abzuschaffen. Diese solle dann nur noch im Schulgebäude und auf Verkehrsflächen gelten. Hintergrund seien steigende Impfquoten bei den Schülern.

Im Außenbereich der Schulen war die Maskenpflicht bereits aufgehoben worden. „Wir sind in dieses Schuljahr mit der Maßgabe gestartet, an unseren Schulen trotz strenger Vorgaben für die Hygiene und den Infektionsschutz stets so viel Normalität wie möglich zuzulassen“, erklärte Schulministerin Yvonne Gebauer. Die Infektionslage habe sich zuletzt spürbar verbessert.

Corona in Deutschland: „Die Mehrheit der Menschen ist klug genug“ - RKI-Chef mit erneutem Impf-Appell

Update vom 6. Oktober, 10.30 Uhr: „Die Mehrheit der Menschen ist klug genug“, verdeutlicht RKI-Chef Wieler den aktuellen Impf-Status. Demnach hätten sich mehr als 8 von 10 Menschen über 60 Jahren bereits gegen Corona impfen lassen. Doch „es gibt leider noch genug Menschen, die noch nicht geschützt sind“, warnt Wieler vor vielen Erkrankungen, auch in den älteren Risikogruppen. Thomas Mertens von der Stiko erklärt, dass das oberste Ziel sei, die Menschen vor schwerer Erkrankung und vor dem Tod zu schützen. In vielen Fällen werde bereits eine dritte Impfung empfohlen.

Update vom 6. Oktober, 10.20 Uhr: Thomas Mertens, Vorsitzender der Ständigen Impfkommission, verdeutlicht bei der PK, dass in diesem Winter nicht nur eine Corona-Impfung wichtig sei. Auch die anderen Impfungen, auch für Kinder, seien wichtig. An den Impf-Empfehlungen habe sich nichts geändert.

Es sei auch möglich beide Impfungen, die Corona- und die Grippe-Impfung, bei einem Arzt-Besuch kombiniert vorzunehmen, so Mertens weiter.

Update vom 6. Oktober, 10.15 Uhr: Man könne nicht vorhersehen wie stark eine Grippe-Welle sei, erklärt RKI-Chef Lothar Wieler. Es müsse jedoch damit gerechnet werden, dass die Covid-19-Fälle erneut stark ansteigen werden. Aus diesem Grund sei es wichtig, dass die Corona-Zahlen und die Grippe-Fälle nicht gleichzeitig stark auftreten. Es sei auch weiterhin wichtig die AHA-Regeln einzuhalten, auch wenn eine Impfung bereits vorgenommen wurde. Bei Atemwegs-Erkrankungen soll die betroffene Person auch weiterhin lieber Zuhause bleiben, ein Corona-Test mache dann auch trotz Impfung Sinn.

Auch Kinder und Jugendliche seien oftmals betroffen, in diesem Jahr seien die Zahlen in dieser Altersgruppe höher als noch im vergangenen Jahr. Es sei wichtig Kinder und Jugendliche zu schützen. „Wir möchten, dass unsere Kinder so sicher wie möglich Kitas und Schulen besuchen können“, so Wieler weiter.

Corona in Deutschland: Bundesgesundheitsminister Spahn ruft zu Grippe-Impfungen auf

Update vom 6. Oktober, 10 Uhr: Gesundheitsminister Jens Spahn erklärt direkt zu Beginn der Pressekonferenz, dass wir den Verlauf der Pandemie noch immer in der eigenen Hand hätten. Unter anderem mache das Impfen einen entscheidenden Unterschied. Es müsse mit Vorsicht vorangegangen werden, jedoch könne mit Zuversicht auf den Winter geblickt werden. Doch nicht nur die Corona-Pandemie müsse beobachtet werden, auch eine nahende Grippe-Welle müsse in den Fokus rücken.

Da im vergangenen Winter eine Grippe-Welle weitestgehend ausgeblieben war, werde in diesem Jahr nun mit einer solchen gerechnet. „Deswegen ist unsere klare Bitte: Bitte lassen Sie sich gegen Grippe impfen“, so Spahn. Genug Grippe-Impfstoff sei vorhanden, für einen ausreichenden Vorrat sei gesorgt. „Es klingt paradox weil wir im letzten Jahr keine Grippe-Welle hatten“, so Spahn weiter. Doch aus diesem Grund sei die Gefahr einer größeren Grippe-Welle höher. Auch die Grippe berge für viele Vorerkrankte und Ältere hohe Risiken.

Auch Bundesgesundheitsminister Jens Spahn habe sich bereits gegen Grippe impfen lassen. Auch wenn er weder über 60 noch vorerkrankt sei, habe sich Spahn dafür entschieden, da er beruflich viel Kontakt mit anderen Personen habe. „Mir ist es wichtig damit ein Zeichen zu setzen, dass es in diesem Jahr besonders wichtig ist“, so der Bundesgesundheitsminister weiter. Es sei wichtig, dass das Gesundheitssystem in diesem Winter nicht überlastet werde.

Wie hart wird die vierte Welle? Spahn und Wieler bereiten auf Corona-Herbst vor

Ursprungsmeldung vom 6. Oktober 2021: Berlin – Droht der Bundesrepublik auch in diesem Jahr wieder eine angespannte Infektionslage im Herbst und Winter - oder erlauben die Fortschritte in der deutschen Impfkampagne* weitere Lockerungen? Antworten auf diese Fragen wollen Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU), RKI-Chef Lothar Wieler, sowie der Chef der ständigen Impfkommission, Thomas Mertens, in der Bundespressekonferenz am Mittwochvormittag (10.00 Uhr) geben.

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn und RKI-Präsident Lothar Wieler in der Bundespressekonferenz.
Bundesgesundheitsminister Jens Spahn und RKI-Präsident Lothar Wieler in der Bundespressekonferenz. © Wolfgang Kumm/dpa

Corona in Deutschland: Spahn und Wieler geben Ausblick - Starke Grippewelle befürchtet

Neben dem immer noch zentralen Thema Corona-Impfung steht auch eine drohende Grippewelle in den kommenden Monaten im Fokus der Pressekonferenz. Ärzte befürchten, dass nun Infekte nachgeholt werden, die in der vergangenen Grippesaison aufgrund des Lockdowns und Abstandsregeln ausgeblieben waren. Eine starke Grippewelle würde die Gesundheitssysteme - zusätzlich zum Coronavirus - stark belasten.

Auch wenn die vom RKI gemeldete 7-Tage-Inzidenz am Mittwoch im Vergleich zum Vortag leicht auf 62,3 gesunken ist, warnen viele Experten vor zu weitgreifenden Lockerungen der noch bestehenden Maßnahmen. Einer von ihnen ist SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach. „Wir müssen darauf achten, dass wir nicht durch einen Freedom Day oder ein vorschnelles Ende der Maskenpflicht eine große, kombinierte Infektionswelle bekommen“, erklärt der Gesundheitsökonom im Gespräch mit der Augsburger Allgemeinen.

Lauterbach warnt vor Freedom Day - kann zu „Überlastung von Krankenhäusern“ kommen

Auch Lauterbach sieht eine Gefahr darin, dass bei einem kompletten Wegfall der Maßnahmen zum Winter die Gesundheitssysteme an ihre Grenzen kommen könnten. „Wenn Corona, die Influenza und die gewöhnlichen Erkältungen gemeinsam massenhaft auftreten, könnte es zur Überlastung von Krankenhäusern und Intensivstationen kommen. Das gilt es zu verhindern“, so der 58-Jährige.

Die Zahl der Impfungen in Deutschland liegt derweil weiter auf einem vergleichsweise niedrigem Niveau*. Stand Mittwoch erhielten 68,2 Prozent der Bevölkerung mindestens eine Impfung gegen das Coronavirus. 64,7 Prozent gelten als vollständig geimpft. (fd) Noch mehr Nachrichten aus aller Welt lesen Sie hier. *Merkur.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

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