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Lauterbach wird deutlich: Es droht eine „katastrophale“ Corona-Entwicklung

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Von: Sandra Kathe

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Gesundheits- und Justizministerium diskutieren aktuell wie es nach dem 23. September mit Maßnahmen weitergeht, um das Corona-Virus unter Kontrolle zu behalten.

Washington/Berlin – Während einer US-Reise hat sich SPD-Gesundheitsminister Karl Lauterbach klar für eine Fortführung der Corona-Maßnahmen ausgesprochen, um eine „katastrophale“ Corona-Lage im Herbst und Winter zu verhindern. Das sagte er im Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur (dpa).

„Wenn wir so wie jetzt in den Herbst hineingingen, also ohne weitere Schutzmaßnahmen, ohne Masken, ohne alles, dann würde das bedeuten, dass die Fallzahlen stark steigen würden, aber auch die Intensivstationen überlastet würden“, warnte der Gesundheitsexperte am Donnerstag in Washington D.C. Dazu kündigte Lauterbach an, in Zusammenarbeit mit dem FDP-geführten Justizministerium in den kommenden Wochen eine Fortführung der bislang geltenden Maßnahmen zu beschließen, die am 23. September auslaufen.

Corona-Lage im Herbst und Winter: Verhandlungen über neue Maßnahmen laufen

Eine erneute unkontrollierte Verbreitung des Virus sei nicht nur wegen der möglichen Entwicklung neuer Varianten notwendig, wie Lauterbach warnte, sondern auch weil bei massiv steigenden Fallzahlen im Herbst und Winter erneut mit großen personellen Ausfällen in Gesundheits- und Pflegeeinrichtungen zu rechnen wäre: „Das ist wie eine Kerze, die an beiden Enden brennt“, so Lauterbach. Unten brenne das Personal weg und oben die Patienten.

Dass Deutschland vorbereitet in den dritten Corona-Herbst und -Winter gehen wird, steht für Lauterbach jedoch außer Frage: Die vertraulichen Verhandlungen mit dem Justizministerium liefen bereits. Dass man Maßnahmen weiterhin brauche, darüber herrsche in den Ministerien Klarheit.

Um eine unkontrollierte Verbreitung des Corona-Virus zu verhindern, entwickeln Gesundheits- und Justizministerium eine neue Maßnahmen-Regelung. Ohne die drohe Chaos, warnt Lauterbach.
Um eine unkontrollierte Verbreitung des Corona-Virus zu verhindern, entwickeln Gesundheits- und Justizministerium eine neue Maßnahmen-Regelung. Ohne die drohe Chaos, warnt Lauterbach. © Florian Gaertner/Imago

Corona-Impfung: Lauterbach rät Älteren zu zweitem Booster vor Herbstbeginn

Mit Blick auf die zweite Auffrischungsimpfung warnte Lauterbach: „Die Älteren können nicht das Risiko eingehen, auf einen angepassten Impfstoff zu warten, der dann irgendwann im September oder Oktober kommt, bei den hohen Fallzahlen, die wir jetzt haben.“ Damit rief er alle über 60-Jährigen dazu auf, sich schnellstmöglich einen Termin für eine vierte Impfung zu machen. Mitte Juli hatte Lauterbach im Widerspruch zur Stiko sogar eine zweite Booster-Impfung für alle empfohlen.

Gesundheitsminister Lauterbach ist aktuell in den USA unterwegs, um sich mit Gesundheitsfachleuten wie dem US-Gesundheitsberater Anthony Fauci vor Ort über Themen wie die Bekämpfung des Corona-Virus auszutauschen. Am Freitag hält er eine Ansprache an der Elite-Universität Harvard in Massachusetts und besucht im selben Bundesstaat eine Produktionsstätte des Impfstoffherstellers Moderna. (ska mit dpa)

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