Unfallhergang weiter offen

Busunglück: Bestätigung von fünf toten Schülern

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Tragischer Schulbus-Unfall am Donnerstag in Frankreich. 

Ein tragischer Unfall in Südfrankreich hat einige Menschenleben gefordert. Während die Ermittlungen andauern gibt es Indizien, dass möglicherweise ein technische Mangel die Ursache gewesen sein könnte.

Gut eine Woche vor Weihnachten steht Frankreich unter Schock: Beim Zusammenstoß eines Schulbusses mit einem Zug sind vier Kinder und Jugendliche getötet worden, wie die Präfektur im südfranzösischen Perpignan am Freitag bestätigte. Die Polizei schließt menschliches Versagen bei dem Unfall an einem Bahnübergang nicht aus, die Staatsanwaltschaft ermittelt wegen fahrlässiger Tötung.

Die Zahl der toten Schüler ist auf fünf gestiegen. Das teilte die Präfektur des Verwaltungsbezirks Pyrénées-Orientales am Freitag mit. Am Vorabend waren zunächst vier Todesopfer gemeldet worden, zudem gab es mehrere Schwerverletzte. Die Unfallursache blieb zunächst weiter unklar. Verkehrsministerin Elisabeth Borne ging aber davon aus, dass die laufenden Untersuchungen schnell erste Hinweise bringen würden.

Die Ermittler suchten unter Hochdruck nach den Ursachen für den schweren Unfall, der sich am Donnerstagnachmittag in dem Ort Millas westlich von Perpignan im Ostteil der Pyrenäen ereignet hatte. An einem beschränkten Bahnübergang fuhr ein Regionalzug ungebremst in den Schulbus hinein, in dem Kinder und Jugendliche im Alter von 13 bis 17 Jahren saßen.

Der Bürgermeister einer Nachbargemeinde, Robert Olive, sprach von einem "Anblick des Horrors". "Der Bus wurde von dem Zug in zwei Teile zerschnitten", sagte er. Ob es sich um einen technischen Fehler der Signalanlage oder menschliches Versagen handelte, ist bisher unklar. Die 48 Jahre alte Fahrerin des Schulbusses wurde bei dem Unfall ebenfalls schwer verletzt.

Schweres Busunglück: Hat möglicherweise das Schrankensystem versagt?

Die Staatsbahn SNCF erklärte unter Berufung auf Augenzeugen, die Signalanlage und die beiden Schranken an dem Bahnübergang hätten "normal funktioniert". Der Vater eines Schuljungen sagte dagegen aus, sein Sohn habe den Unfallort fotografiert. Auf dem Bild sei deutlich zu sehen, dass die Schranke oben gewesen sei. Ähnlich äußerte sich auch der Bürgermeister des Pyrenäen-Ortes Saint-Féliu d'Avall, aus dem die meisten Opfer stammten.

Die örtliche Zeitung "L'Indépendant" zitierte auf ihrer Internetseite eine Bahnreisende, derzufolge der Aufprall "sehr stark" war. Sie fügte hinzu: "Wir dachten, der Zug werde aus dem Gleis springen." Die für Unfälle zuständige Staatsanwaltschaft in Marseille leitete Ermittlungen wegen "fahrlässiger Tötung und unfreiwilliger Verletzung" ein. Rund 30 Experten untersuchten die abgesperrte Unfallstelle.

Der französische Premierminister Edouard Philippe sagte bei einem Besuch in Millas: "Alle sind bestürzt, und die Traumatisierung wird noch anhalten." Präsident Emmanuel Macron hatte bereits am Donnerstag die volle Unterstützung der Regierung zugesagt. Paris dringt laut einem Sprecher auf schnelle Ergebnisse, damit notfalls weitere Bahnübergänge in Frankreich überprüft werden.

Die Schule in Millas, in die die Unfallopfer gingen, war bereits einen Tag nach dem Unglück wieder geöffnet. Es sei wichtig, "dass die Schüler über ihre Erlebnisse reden" könnten, sagte der Rektor. Auch der französische Bildungsminister Jean-Michel Blanquer sprach sich bei einem Besuch vor Ort für einen offenen Umgang mit der Tragödie aus.

AFP

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