Noch strengerer Frost folgt

Kälteste Nacht des Jahres

Auto auf einer Landstraße im winterlich verschneiten Landkreis Holzminden. Schnee und Eis haben in Deutschland einen teilweise chaotischen Montagmorgen verursacht. Foto: Julian Stratenschulte
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Auto auf einer Landstraße im winterlich verschneiten Landkreis Holzminden. Schnee und Eis haben in Deutschland einen teilweise chaotischen Montagmorgen verursacht. Foto: Julian Stratenschulte
"Hoch Hartmut bringt mindestens bis Anfang März den zweiten Spätwinter", erklärte ein DWD-Sprecher. Hier streut ein Mitarbeiter der Berliner Stadtreinigung eine vereiste Straße ab. Foto: Paul Zinken
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"Hoch Hartmut bringt mindestens bis Anfang März den zweiten Spätwinter", erklärte ein DWD-Sprecher. Hier streut ein Mitarbeiter der Berliner Stadtreinigung eine vereiste Straße ab. Foto: Paul Zinken
Wieder im Einsatz: Eine Frau räumt mit einem Schneeschieber ihre Einfahrt im mecklenburgischen Pokrentt. Foto: Jens Büttner
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Wieder im Einsatz: Eine Frau räumt mit einem Schneeschieber ihre Einfahrt im mecklenburgischen Pokrentt. Foto: Jens Büttner
Die Kältewelle setzt sich voraussichtlich in den kommenden Tagen fort. Foto: Jens Büttner
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Die Kältewelle setzt sich voraussichtlich in den kommenden Tagen fort. Foto: Jens Büttner
Vereistes Ufer der Elbe vor der Dresdner Altstadt. In der Nacht zum Montag gab es landesweit strengen Frost zwischen minus 15 und minus 10 Grad - besonders in Thüringen, Sachsen, Bayern und Baden-Württemberg. Foto: Sebastian Kahnert
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Vereistes Ufer der Elbe vor der Dresdner Altstadt. In der Nacht zum Montag gab es landesweit strengen Frost zwischen minus 15 und minus 10 Grad - besonders in Thüringen, Sachsen, Bayern und Baden-Württemberg. Foto: Sebastian Kahnert
Hier gehört er hin. Verschneite Berge an der deutsch-österreichischen Grenze im Berchtesgadener Land. Foto: Lino Mirgeler
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Hier gehört er hin. Verschneite Berge an der deutsch-österreichischen Grenze im Berchtesgadener Land. Foto: Lino Mirgeler
In Rom hat Schneefall das öffentliche Leben lahmgelegt. Die italienische Hauptstadt zeigte sich am Montagmorgen mit einer Schneedecke überzogen. Rechts ist das Nationaldenkmal Vittorio Emanuele II zu sehen. Foto: Alessandra Tarantino/AP
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In Rom hat Schneefall das öffentliche Leben lahmgelegt. Die italienische Hauptstadt zeigte sich am Montagmorgen mit einer Schneedecke überzogen. Rechts ist das Nationaldenkmal Vittorio Emanuele II zu sehen. Foto: Alessandra Tarantino/AP
Schneegestöber auf der London Bridge. Auch die britische Hauptstadt zeigt sich im blütenweißen Gewand. Foto: Steve Parsons/PA Wire
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Schneegestöber auf der London Bridge. Auch die britische Hauptstadt zeigt sich im blütenweißen Gewand. Foto: Steve Parsons/PA Wire

Unfälle, gestrichene Flüge, verspätete Züge: Schnee und Eis haben vor allem im Norden Deutschlands Verkehrsprobleme verursacht. Landesweit fielen die Temperaturen auf die niedrigsten Werte des Winters. Doch es wird noch kälter.

Berlin/Offenbach (dpa) - Schnee, Eis und klirrende Kälte: Mit zweistelligen Minustemperaturen hat der Deutsche Wetterdienst (DWD) zu Wochenbeginn die bisher kälteste Nacht des Jahres registriert - und es bleibt vorerst eiskalt.

In den kommenden Nächten wird es der Vorhersage zufolge sogar noch frostiger. Probleme gab es am Montagmorgen wegen Schnee und Eisglätte vor allem in Norddeutschland: Es krachte auf den Straßen, Flüge fielen aus.

Den tiefsten Wert registrierte der DWD in der Nacht auf Montag auf der Zugspitze mit minus 27 Grad. Besonders kalt wird es der Vorhersage zufolge in den kommenden Nächten erneut in den Alpen und im östlichen Mittelgebirgsraum. In den dortigen Tälern erwarten die Meteorologen weniger als minus 20 Grad, und auch andernorts in der Mitte und im Süden Deutschland wird es mit minus 9 bis minus 16 Grad nochmals knackig kalt. Auch tagsüber herrscht weiter Dauerfrost, vor allem für den Norden wird zudem weiterer Schnee erwartet. Für den Küstenbereich warnte der DWD vor Schneeverwehungen.

In der Nacht zum Montag gab es landesweit strengen Frost zwischen minus 15 und minus 10 Grad - besonders in Thüringen, Sachsen, Bayern und Baden-Württemberg. Etwas milder könnte es der DWD-Vorhersage zufolge in Richtung Wochenende werden. Genauere Angaben dazu könnten aber noch nicht gemacht werden, erklärten die Meteorologen. Für sie beginnt am Donnerstag mit dem 1. März der Frühling.

Schnee und Eis machten zu Wochenbeginn Berufspendlern im Norden das Leben schwer. Allein rund um Lübeck zählte die Polizei innerhalb weniger Stunden rund 100 Verkehrsunfälle. Auch anderswo an der Ostseeküste kam es zu Zusammenstößen. In den meisten Fällen blieb es laut Polizei bei Blechschäden. In Hamburg behinderten 75 Unfälle sowie ausgefallene und verspätete S-Bahnen den morgendlichen Berufsverkehr. In Bremen fielen seit Sonntagabend zehn Flüge aus. Nach 21.00 Uhr war die Wetterlage so schlecht, dass sechs ankommende Flugzeuge nicht landen konnten.

Berlin weitet angesichts der klirrenden Kälte sein Übernachtungsangebot für Obdachlose aus. Für die Kältehilfe seien 100 zusätzliche Betten in einem Hangar des ehemaligen Flughafens Tempelhof geschaffen worden, sagte Berlins Sozialsenatorin Elke Breitenbach (Linke) am Montag im RBB-"Inforadio". Mit nun insgesamt 1200 Plätzen kann die Kältehilfe in diesen Tagen so viele Menschen im Warmen unterbringen wie noch nie.

Auch in anderen Ländern in Europa litten Menschen unter der Kälte: In Polen starben bei eisigen Temperaturen nach Regierungsangaben seit Freitag mindestens acht Menschen. Seit November stieg die Zahl der Kältetoten im Land damit auf 48. Die Behörden warnten auch am Montag vor andauerndem Frost und riefen die Bevölkerung auf, vor allem Obdachlosen und älteren Menschen zu helfen.

Selbst in Italien legte Schneefall das öffentliche Leben lahm. Alle Schulen und Kindergärten in der Hauptstadt Rom blieben geschlossen. Die Millionen-Stadt rief ihre Bewohner auf, sich möglichst wenig fortzubewegen. Der Zivilschutz ordnete an, dass das Militär die Straßen räumen solle.

Österreich erlaubte angesichts der Kälte Ausnahmen vom neuen Verhüllungsverbot. "Bei diesen Temperaturen wird kein Polizist jemanden belangen, der sein Gesicht zum Schutz vor Kälte verhüllt", sagte ein Sprecher des Innenministeriums in Wien. Seit dem 1. Oktober 2017 muss eigentlich jeder sein Gesicht von der Stirn bis zum Kinn zeigen. Das zielte unter anderem auf islamische Frauen, die Burka oder Nikab tragen.

Starke Schneefälle legten in Großbritannien vielerorts den Verkehr lahm. Hunderte Züge und Dutzende Flüge wurden für Montag und Dienstag gestrichen, wie der britische Fernsehsender Sky News berichtete. Die Behinderungen durch das eisige Wetter sollen in den nächsten Tagen anhalten. Auch Fährverbindungen könnten eingestellt werden. Die Behörden riefen die Bevölkerung dazu auf, sich vor allem um hilflose Senioren und Obdachlose zu kümmern. Im Kurznachrichtendienst Twitter wurden Bilder von gefrorenen Wasserfällen veröffentlicht. Die Briten nennen den Wintereinbruch scherzhaft "The Beast from the East" (Die Bestie aus dem Osten).

Auch im Norden Griechenlands fiel Schnee. Zahlreiche Flüge nach Thessaloniki waren schon am Sonntag ausgefallen. Viele Straßen in der nordgriechischen Provinz Mazedonien waren nur mit Schneeketten befahrbar, wie das griechische Staatsradio (ERT) berichtete. Der Unterricht fiel in vielen nordgriechischen Provinzen aus. Auch aus dem benachbarten Bulgarien wurden Verkehrsprobleme gemeldet. In der Hauptstadt Sofia herrschte ein Verkehrschaos. Der Schnee konnte von den meisten Straßen und nahezu allen Parkplätzen nicht geräumt werden, Flugzeuge konnten nicht rechtzeitig starten.

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