Bereits vor drei Wochen verschwunden 

Er erstach im Wahn einen Mann: Polizei fasst geflüchteten Häftling 

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Das Landeskriminalamt Berlin sucht nach Hendrik Jonas Schalski. 

Das LKA Berlin suchte knapp drei Wochen nach ihm, nun konnte der geflohene Häftling endlich in Berlin festgenommen werden. 

Update vom 7. April: Mittlerweile sucht die Polizei nach einem anderen entflohenen Häftling und warnt: Sprechen Sie ihn bloß nicht an!

Update vom 5. April 2019: Wie die Polizei nun bekannt gab, konnte der geflohene Häftling nun endlich festgenommen werden. Die Polizei bestätigte, dass der Straftäter am Freitagmorgen in Berlin-Gatow festgenommen werden konnte. Wie die Ermittler dem jungen Mann auf die Schliche kamen, ist noch unklar. 

Wie die Berliner Zeitung jedoch erfahren haben will, observierte die Polizei den Flüchtigen bereits mehrere Stunden vor der Festnahme. Hendrik S. habe sich dabei nicht gewehrt und wurde zurück in seine Zelle gebracht. Nähere Informationen gab es zunächst nicht, ein Beamter teilte gegenüber der Zeitung jedoch mit: „Entscheidend ist, dass wir ihn haben“. 

Update vom 2. April 2019: Vor knapp drei Wochen konnte Hendrik Jonas S. aus dem Maßregelvollzug entkommen, nun kommen weitere Details über seine Flucht ans Licht. Wie die B.Z. berichtet, war es bereits der 18. Ausgang des Häftlings und das, obwohl der 34-Jährige wegen Totschlags verurteilt wurde. Offenbar wollte S. bei diesem letzten Ausgang einkaufen gehen, in Begleitung eines Pflegers. Knapp zwei Wochen ermittelten die Behörden im Stillen, vor einer Woche dann die öffentliche Fahndung mit einem Bild des Verurteilten. Rund 92 Hinweise gingen bislang ein, doch keiner führte zu dem Gesuchten. 

2006 tötete S. den damals 22-Jährigen Rafael P. mit mehreren Messerstichen. Obwohl sich die beiden nicht kannten, stach der junge Mann im Wahn zu. „Weil die Menschen boshaft sind, nehme ich immer ein Messer mit. Er rempelte mich auf der Straße an. Ich kriegte Paranoia. Schon war es von allein passiert“, begründete der 34-Jährige damals seine Tat. Aufgrund der Wahnvorstellungen ist Hendrik Jonas S. noch immer auf Medikamente angewiesen. Die Polizei warnt ausdrücklich vor ihm. Unklar ist auch, ob der heute 34-Jährige auch diesmal ein Messer bei sich trägt. 

Update vom 30. März 2019: Wie die Bild nun berichtet, sind bislang 50 Hinweise zu dem geflüchteten Häftling eingegangen. Demnach seien alle Ausgänge des 34-Jährigen bislang „beanstandungslos“ über die Bühne gegangen. Rund ein halbes Jahr darf Hendrik Jonas S. offenbar schon unter Begleitung eines Pflegers in die Freiheit. „Seit dem 19. 10. 2018 gab es die Vollzugslockerung. Seitdem ist der Patient auf der Grundlage einer Vollzugslockerung auf zehn begleiteten Ausgängen gewesen, die beanstandungslos verliefen. Die Begleitung des Patienten übernimmt ein Pfleger“, erklärt Sprecherin Lena Högemann in der Zeitung. 

Obwohl der Häftling bereits vor zwei Wochen aus dem Maßregelvollzug flüchten konnte, sucht die Polizei erst nun öffentlich nach dem Verurteilten. „Eine Öffentlichkeitsfahndung ist immer letztes Mittel einer Fahndung“, erklärt Högemann. 

Berlin - Das LKA Berlin veröffentlichte nun ein Foto von Hendrik Jonas S. Der 34-Jährige konnte bereits am Nachmittag des 14. März während eines Ausgangs fliehen. Der 34-Jährige wurde vor knapp zwölf Jahren wegen Totschlags verurteilt und ist seit 2007 im Krankenhaus des Maßregelvollzugs untergebracht. Er benötigt regelmäßige Medikation. 

Landeskriminalamt Berlin fahndet nach Flüchtigem aus Maßregelvollzug

Obwohl der 34-Jährige bei seinem Ausgang von Personal des Krankenhauses begleitet wurde, gelang ihm die Flucht. Dabei können die ermittelnden Beamten nicht ausschließen, dass S. ein Messer bei sich führt. Deshalb bittet die Polizei um äußerste Vorsicht, der 34-Jährige sollte unter keinen Umständen angesprochen werden. In dem Statement der Polizei wird Hendrik Jonas S. wie folgt beschrieben: 

  • ca. 34-40 Jahre alt 
  • ca. 180 cm groß 
  • adipöse Gestalt 
  • lange dunkelblonde Haare mit Pferdeschwanz 
  • dunkelblonder Vollbart 
  • trug eine schwarze Bomberjacke, eine schwarze Jogginghose und festes Schuhwerk 
  • hatte einen dunkelblauen Rucksack dabei 
  • Raucher

Das Landeskriminalamt wendet sich nun an die Öffentlichkeit und fragt mögliche Zeugen: Wer hat Hendrik S. seit seiner Flucht am 14.03.2019 gesehen oder weiß, wo er sich seitdem aufhält? Wer kann Angaben zu Kontaktpersonen des Verurteilten machen? Wer kann Angaben zu Orten machen, an denen der Flüchtige verkehrt bzw. verkehrt hat?

Hinweise nimmt das Landeskriminalamt Berlin in der Gothaer Str. 19 in Berlin unter der Rufnummer (030) 4664-973305 oder per E-Mail fahndung@polizei.berlin.de oder jede andere Polizeidienststelle entgegen.

Währenddessen sucht das Landeskriminalamt Berlin ebenfalls weiter nach der vermissten Schülerin Rebecca Reusch. Die Polizei in Essen stoppte dagegen eine Irrfahrt durch die Innenstadt. Die genauen Hintergründe sind dabei noch unklar. 

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