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Opel-Chef Neumann geht nicht mit zum PSA-Konzern

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Opel-Chef Karl-Thomas Neumann will einem Bericht zufolge sein Amt aufgeben. Foto: Arne Dedert

Opel soll noch dieses Jahr von General Motors an den französischen PSA-Konzern verkauft werden. Der populäre Chef des Autobauers will den Übergang für sich selbst wohl nicht mitmachen, schreibt die "FAS".

Frankfurt/Rüsselsheim (dpa) - Opel-Chef Karl-Thomas Neumann will einem Zeitungsbericht zufolge den Autobauer verlassen, wenn dieser endgültig an den Peugeot-Mutterkonzern PSA übergeht.

Der Automanager wolle nur noch so lange an der Opel-Spitze bleiben, bis der Verkauf der bisherigen GM-Tochter umgesetzt sei, schreibt die "Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung" ohne Angaben von Quellen. Neumann wolle den Aufsichtsrat am 22. Juni über seine Pläne informieren. Ein Opel-Sprecher sagte am Samstag lediglich, das Unternehmen kommentiere grundsätzlich keine Personalspekulationen.

Laut "FAS" wollen die Franzosen an diesem Termin auch ihre neue Führungsmannschaft vorstellen. Der neue Opel-Chef solle aus den Reihen des bisherigen Vorstands kommen. Gehandelt würden Vertriebschef Peter Küspert, Finanzmann Michael Lohscheller und die Marketing-Chefin Tina Müller.

Die Übernahme von Opel durch den PSA-Konzern soll in der zweiten Jahreshälfte über die Bühne gehen, der 31. Juli sei der frühest mögliche Zeitpunkt, sagte ein Opel-Sprecher vor wenigen Tagen. Bis dahin müssten aber alle Voraussetzungen erfüllt sein, besonders die Freigabe durch die Kartellbehörden.

Neumann hatte die Übernahme durch PSA stets als richtigen Schritt bezeichnet. Möglicherweise sind bei den Franzosen aber seine hochfliegenden Pläne zur Elektromobilität nicht gut angekommen. Die von Neumann geplante Komplett-Umstellung der Marke Opel bis 2030 sei unrealistisch, erklärte am Sonntag der Auto-Experte Ferdinand Dudenhöffer vom Car-Institut der Universität Duisburg-Essen. Man dürfe bei einer Volumen-Marke wie Opel die konventionellen Antriebe nicht so stark vernachlässigen, weil sie zu dem Zeitpunkt noch das weitaus größere Geschäftsfeld sein könnten.

Der frühere VW-Manager Neumann hat in Rüsselsheim eine Menge bewirkt, es aber nicht geschafft, die GM-Tochter aus der Verlustzone zu fahren. Seit 2013 stand er an der Spitze des traditionsreichen Autobauers, der in den Jahren davor etliche Chefwechsel und dramatische Momente erlebt hatte. Der Ingenieur Neumann hat gemeinsam mit der Marketing-Fachfrau Müller vor allem das Image von Opel wieder auf Vordermann gebracht und die Produkte technisch verbessert. Mehrere Modelle wurden bereits mit PSA gemeinsam entwickelt. Das wichtigste Modell Astra war im vergangenen Jahr Europas "Auto des Jahres".

Der frühere Opel-Betriebsratschef Klaus Franz bedauerte im Gespräch mit der "Automobilwoche" bereits den möglichen Rückzug Neumanns. "Ich persönlich habe schon lange mit Neumanns baldigem Abschied gerechnet, denn eine Persönlichkeit wie er kann schlicht und einfach nicht unter einem PSA-Chef Carlos Tavares arbeiten", sagte er am Samstag der Fachzeitung. Auch Dudenhöffer erwartet eine zentralistische Führung aus Paris, das nun mal sehr viel näher sei als die GM-Zentrale in Detroit.

PSA will den deutschen Konkurrenten kostengünstiger organisieren und im dann zweitgrößten Auto-Konzern Europas mit gemeinsamer Entwicklung und Produktion Mengenvorteile heben. Die Franzosen sollen für das GM-Europa-Geschäft inklusive der britischen Opel-Schwester Vauxhall und der Finanzsparte rund 2,2 Milliarden Euro zahlen. Opel/Vauxhall beschäftigt etwa 38 000 Mitarbeiter in sieben europäischen Ländern, die Hälfte davon in Deutschland.

Die Beschäftigten in den deutschen Werken sind über einen Tarifvertrag nur bis Ende 2018 vor Entlassungen sicher. Heikel scheint die Lage insbesondere im Entwicklungszentrum am Stammsitz Rüsselsheim, wo fast 8000 Ingenieure arbeiten. Hier wie in anderen Zentralfunktionen gibt es Überschneidungen mit französischen Konzernteilen. Opel soll den PSA-Vorgaben zufolge spätestens 2020 wieder Gewinne machen.

FAS-Bericht auf faz.net

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