Notenbank gibt Entwarnung

Bank of England: Großbanken für harten Brexit gewappnet

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Mitglieder der Ehrengarde "Honourable Artillery Company" vor der Bank of England in London. Foto: Stefan Rousseau

Dass der Brexit an Großbritanniens Wirtschaft nicht schadlos vorübergehen wird, dürfte unbestritten sein. Aber wie groß sind die Folgen des geplanten EU-Ausstiegs wirklich? Die Notenbank in London gibt nun zumindest für den Bankensektor Entwarnung.

London/Brüssel (dpa) - Die wichtigsten britischen Kreditinstitute sind nach Einschätzung der Notenbank in London auch im Fall eines planlosen Ausscheidens des Landes aus der EU stark genug aufgestellt.

Selbst bei größeren ökonomischen Verwerfungen könnten die Geldhäuser die heimische Wirtschaft ausreichend mit finanziellen Mitteln versorgen, erklärte die Bank of England am Dienstag.

In einem Stresstest haben die britischen Aufseher durchgespielt, was mit den größten Banken des Landes geschehen würde im Fall eines starken wirtschaftlichen Abschwungs, einer Abwertung des Pfunds um ein Viertel, eines Einbruchs der Häuserpreise sowie bei Kreditausfällen infolge einer hohen Arbeitslosigkeit und anziehender Zinsen. Dieses Szenario sei härter gewesen als die Lage während der letzten Finanzkrise, erklärten die Zentralbanker.

Erstmals seit der jährlichen Einführung der Tests kamen alle sieben einbezogenen Banken durch. Dabei haben fünf die Simulation trotz der Verschärfung ohne Beanstandungen bestanden. Zwei kamen mit einem blauen Auge davon: Barclays und die verstaatlichte Royal Bank of Scotland (RBS) überschritten bestimmte Warnmarken. Beide Institute hätten jedoch schon Ende letzten Jahres Maßnahmen ergriffen, weshalb keine weiteren Schritte für eine Stärkung des Kapitals nötig seien, erklärte die Bank of England. Je mehr eigenes Kapital Kreditinstitute vorhalten, desto unempfindlicher gegen ökonomische Schocks sind sie.

Großbritannien will die Europäische Union 2019 verlassen. Seit Monaten wird über die genauen Bedingungen dafür verhandelt. Kommt es zu keiner Einigung, droht der sogenannte harte Brexit mit kaum abschätzbaren Folgen für die Wirtschaft.

Der diesjährige Stresstest hatte zwar nicht ausdrücklich den anstehenden EU-Abschied des Vereinigten Königreichs zum Thema. Es seien aber wirtschaftliche Risiken eingeflossen, die mit dem Brexit in Verbindung stehen könnten, erklärte die Notenbank. Sie kam zu dem Fazit: "Das britische Bankensystem könnte die Realwirtschaft während eines ungeordneten Brexits weiterhin unterstützen."

Stresstests sind seit den Erfahrungen der Finanzkrise vor zehn Jahren ein Mittel von Finanzaufsichtsbehörden, um die Krisenfestigkeit von Banken zu überprüfen. Sind einzelne Geldhäuser zu schwach aufgestellt, kann ihnen die Aufsicht beispielsweise untersagen, Dividenden zu zahlen, um die Kapitaldecke nicht weiter auszudünnen.

Beim letztjährigen Stresstest in Großbritannien war die RBS als einziges Haus durchgefallen und musste das Kapital aufbessern. Probleme hatten auch Barclays sowie Standard Chartered, die sich aber kein frisches Geld besorgen mussten. Weitere Teilnehmer waren die HSBC, die Großbritannien-Tochter der spanischen Santander sowie der Immobilienfinanzierer Nationwide.

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