Gefälle sehr groß

Arbeitsstunde in deutscher Industrie teurer als EU-Schnitt

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In vielen Betrieben wird noch eine Stechuhr zur Erfassung der Arbeitszeit verwendet. Foto: Peter Endig

Wiesbaden - Die Arbeitskosten in der deutschen Industrie liegen nach Angaben des Statistischen Bundesamtes deutlich über dem EU-Schnitt.

Danach kostete eine Arbeitsstunde im Verarbeitenden Gewerbe, das besonders stark im internationalen Wettbewerb steht, im vergangenen Jahr durchschnittlich 38,70 Euro und damit 47 Prozent mehr als im Durchschnitt der Gemeinschaft.

Teurer war es nur in Dänemark, Belgien und Schweden. Das Gefälle zwischen den wirtschaftlich starken und den schwächeren EU-Staaten ist sehr groß. Am Ende der Skala steht Bulgarien mit 3,70 Euro je Arbeitsstunde.

Bei den privaten Dienstleistungen lag Deutschland mit 30,50 Euro europaweit auf dem neunten Platz und 19 Prozent über dem EU-Durchschnitt. Insgesamt zahlten Industrie und Dienstleister 33,40 Euro je Arbeitsstunde, 30 Prozent mehr als im EU-Schnitt. Eine ähnliche Zahl hatte vergangene Woche Eurostat veröffentlicht. Allerdings erfasste die Europäische Statistikbehörde mehr Wirtschaftsbereiche.

Die Arbeitskosten setzen sich aus den Bruttoverdiensten und den Lohnnebenkosten zusammen, also unter anderem den Beiträgen der Arbeitgeber zur Sozialversicherung. In Deutschland lagen die Lohnnebenkosten mit zusätzlich 28 Euro je 100 Euro Bruttoverdienst unter dem EU-Schnitt von 31 Euro.

Bundesamt-Mitteilung

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