Konzern im Umbruch

Triebwerks-Ärger quält Airbus zum Jahresstart

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Airbus-Vorstandschef Tom Enders. Foto: Britta Pedersen

"Das Parken wird zum Problem": Weil die Zulieferer nicht schnell genug liefern können, warten bei Airbus Dutzende Flugzeuge auf ihre Triebwerke. Dabei würde der Flugzeugbauer die Produktionsrate gerne noch weiter steigern.

Toulouse (dpa) - Die Probleme der Triebwerkshersteller für den Mittelstreckenjet A320neo haben dem Flugzeugbauer Airbus den Jahresstart gründlich verhagelt.

Der europäische Luftfahrt- und Rüstungskonzern machte im ersten Quartal fast ein Drittel weniger Gewinn als im gleichen Zeitraum des Vorjahres. Unter dem Strich stand ein Plus von 283 Millionen Euro, wie Airbus mitteilte.

Das Management um Airbus-Chef Tom Enders stellt sich darauf ein, den Großteil der Auslieferungen seines Verkaufsschlagers A320neo erst in der zweiten Jahreshälfte über die Bühne zu bringen. Von Januar bis März übergab Airbus insgesamt 121 Verkehrsflugzeuge an seine Kunden, 15 weniger als Anfang 2017. Der Konzernumsatz fiel um zwölf Prozent auf 10,1 Milliarden Euro.

"Damit bleibt noch viel zu tun, um das Ziel von rund 800 Auslieferungen bei Verkehrsflugzeugen zu erreichen", erklärte Enders in Toulouse. Airbus rechnet weiter damit, diesen neuen Firmenrekord zu erreichen - macht dies aber davon abhängig, dass die Triebwerks-Zulieferer ihre Zusagen einhalten. Der US-Erzrivale Boeing peilt für dieses Jahr 810 bis 815 Flugzeug-Auslieferungen an.

Bei den Triebwerken liegt die United-Technologies-Tochter Pratt & Whitney wegen technischer Probleme hinter den Lieferplänen. Der Hersteller ist für die Antriebe für rund die Hälfte der viel gefragten A320neo-Jets verantwortlich. Airbus hatte deshalb schon 2016 und 2017 um seine Lieferziele zittern müssen. Allerdings gibt es auch beim Konkurrenztriebwerk von CFM Schwierigkeiten, einem Gemeinschaftsunternehmen von Safran und General Electric.

An den Airbus-Werken in Hamburg und Toulouse stehen deshalb bereits Dutzende Flugzeuge, denen nur die Triebwerke fehlen. "Das Parken wird zum Problem", sagte Finanzchef Harald Wilhelm in einer Telefonkonferenz.

Airbus würde die Produktion der A320 und ihrer spritsparenden Neuauflage A320neo wegen der großen Nachfrage in den kommenden Jahren gern auf 70 Maschinen pro Monat hochfahren. Allerdings wehren sich die Triebwerkshersteller dagegen. Ab Mitte 2019 plant Airbus bereits fest mit 60 Maschinen im Monat.

Trotz der Probleme schnitt Airbus im ersten Quartal besser ab als von Analysten erwartet. So lag der um Sondereffekte bereinigte Gewinn vor Zinsen und Steuern (Ebit) bei 14 Millionen Euro, nach einem Minus von 19 Millionen Euro im Vorjahresquartal. Experten hatten hier erneut mit roten Zahlen gerechnet.

Bei den Langstreckenjets A350 und A330 entwickelt sich das Geschäft in gegensätzliche Richtungen. Während die Produktion der noch jungen A350 bis Ende dieses Jahres wie geplant auf 10 Maschinen pro Monat wachsen soll, streicht der Hersteller die Pläne für die A330 und ihre Neuauflage A330neo zusammen. Ab 2019 sollen pro Jahr nur noch 50 Maschinen der gesamten A330-Reihe das Werk verlassen, zehn weniger als 2018. Grund sei die noch zu geringe Nachfrage für die A330neo, räumte Finanzchef Wilhelm ein. Die erste A330neo will Airbus in diesem Sommer ausliefern. Mittel- bis langfristig sehe er gute Marktchancen für den Flieger.

Mitteilung Airbus, Engl.

Airbus-Finanzberichte, Engl.

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