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AfD-Chef Meuthen: Die SPD macht es uns leicht

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Jörg Meuthen: "Umfragen sind immer ein ungedeckter Scheck, was zählt ist am Wahltag". Foto: Sina Schuldt

Die AfD freut sich, dass sie in Meinungsumfragen mehr Zuspruch erhält als bei der Bundestagswahl. Ihr Vorsitzender macht für dieses Umfrage-Plus die SPD mitverantwortlich.

Berlin - AfD-Chef Jörg Meuthen würde sich freuen, wenn die SPD Andrea Nahles zur SPD-Vorsitzenden wählen würde.

Wie sich die SPD entschieden hat, finden Sie hier: Das Ergebnis des Mitgliederentscheids.

"Wenn die Alternativen Martin Schulz und Andrea Nahles heißen, dann macht es uns die SPD wirklich leicht", sagte Meuthen mit Blick auf eine Meinungsumfrage von vor einer Woche, die seine Partei erstmals bundesweit vor der SPD sah.

Die Erhebung des Insa-Instituts für die "Bild"-Zeitung hatte die AfD erstmalig mit 16 Prozent knapp vor der SPD mit 15,5 Prozent gesehen. Laut zwei anderen Umfragen liegt die AfD jedoch aktuell mit 14 Prozent immer noch deutlich unter der SPD mit 17 Prozent. Bei der Bundestagswahl hatte die AfD im September 12,6 Prozent der Zweitstimmen erhalten.

Die seit der Wahl gestiegene Zustimmung der Wähler für die AfD hat aus Meuthens Sicht zwei Ursachen: "Die Schwäche der SPD, und dass unsere Bundestagsfraktion so eine gute Figur macht."

Seine Parteikollegen warnte Meuthen davor, sich an den guten Umfrage-Ergebnissen zu berauschen. "Umfragen sind immer ein ungedeckter Scheck, was zählt ist am Wahltag", sagte er der Deutschen Presse-Agentur. Sich vor allem auf die Schwächen der Anderen zu verlassen, sei immer falsch. Die AfD müsse weiter an ihrem Programm arbeiten - beispielsweise um bald schlüssige Konzepte zur Gesundheitspolitik und zur Zukunft der Rente vorzulegen.

"Ich persönlich bin der Auffassung, dass es ohne einen Systemwechsel und einen Abschied von der gesetzlichen Rentenversicherung nicht geht", sagte Meuthen. Aufgrund der bestehenden Anwartschaften wäre dies allerdings ein Prozess, der mehrere Jahrzehnte in Anspruch nehmen würde.

Am ausgehandelten Koalitionsvertrag von CDU, CSU und SPD stört den Volkswirt Meuthen besonders, dass "überall zusätzliche Ausgaben beschlossen" wurden. Die vereinbarte Einführung eines Baukindergelds erinnere ihn "an die Politik der 70er-Jahre".

Die AfD will demnächst auf einer Großdemonstration in Berlin eine Neuwahl fordern. Das organisierende Bundesvorstandsmitglied Steffen Königer sagte auf Anfrage, ein Termin stehe noch nicht fest.

Seine Zusammenarbeit mit dem Co-Vorsitzenden Alexander Gauland beschrieb Meuthen als sehr harmonisch. "Wir stimmen uns im Schnitt einmal am Tag miteinander ab. In neun von zehn Fällen sind wir ohnehin einer Meinung", sagte er. Zwischen Meuthen und Gaulands Vorgängerin Frauke Petry hatte es ständig Spannungen gegeben.

dpa

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