Weltrekord für einen alten Meister

450 Millionen Dollar! Hier wird das teuerste Gemälde aller Zeiten versteigert

Ein 500 Jahre altes Meisterwerk hat den weltweiten Kunstmarkt auf den Kopf gestellt.

New York - Für die sagenhafte Summe von 450,3 Millionen Dollar (381,3 Millionen Euro) ist am Mittwoch in New York ein Jesus-Gemälde des berühmten italienischen Renaissance-Malers Leonardo da Vinci versteigert worden. Nach einem hitzigen, knapp 20-minütigen Bieterwettstreit fiel im Auktionshaus Christie's der Hammer und besiegelte die Sensation.

Das Werk "Salvator mundi" (Heiland der Welt), das Jesus Christus zeigt und vom Auktionshaus auf das Jahr 1500 datiert ist, ist nunmehr das teuerste Gemälde aller Zeiten. Der bisherige Weltrekord, den das Picasso-Bild "Die Frauen von Algier (Version 0)" 2015 mit 179,4 Millionen Dollar aufgestellt hatte, wurde mehr als verdoppelt.

Wie bei solchen Auktionen üblich blieb die Identität des Käufers geheim. Der Verkäufer hingegen ist bekannt: Es ist der im Exil lebende russische Milliardär Dmitri Rybolowlew. Der Oligarch, Boss des französischen Fußballklubs AS Monaco, hatte das Werk vor vier Jahren von dem Schweizer Kunsthändler Yves Bouvier für 127,5 Millionen Dollar gekauft - nachdem dieser es kurz zuvor für 80 Millionen Dollar erworben hatte. Rybolowlew verklagte danach den Schweizer Händler, weil dieser ihm unanständig viel Geld abverlangt habe. Der Milliardär hat bei Bouvier noch eine Reihe weiterer Gemälde erworben.

Einstiegsgebot lag bei 75 Millionen Dollar

Christie's hatte den Wert des 45 mal 65 Zentimeter großen Gemäldes auf 100 Millionen Dollar geschätzt. Der Auktionator Jussi Pylkkanen begann mit einem Einstiegsgebot von 75 Millionen Dollar.

Binnen kürzester Zeit schraubten sich die Gebote von rund 45 Bietern im New Yorker Auktionssaal und am Telefon in schwindelerregende Höhen. Am Ende blieben noch zwei Bieter am Telefon übrig, die über Mittelsmänner um das kostbare Gemälde rangen - bis schließlich beim Preis von 450 Millionen Dollar einer von beiden aufgab.

Der Weltrekord ist umso spektakulärer als das Gemälde lange Zeit als einfache Kopie galt und 1958 für lächerliche 45 britische Pfund gehandelt wurde. Erst 2005 tauchte "Salvator mundi" aus der Versenkung auf, wurde nach eingehender Untersuchung als ein authentisches Werk des weltberühmten Meisters identifiziert und 2011 in der National Gallery in London ausgestellt.

„Ein außerordentlicher Preis für ein außerordentliches Gemälde“

Laut Christie's ist "Salvator mundi" eines von weniger als 20 Werken, bei denen die Fachwelt davon ausgeht, dass sie tatsächlich von Da Vinci selbst stammen. Es war das letzte Werk des Meisters in Privatbesitz, alle anderen Da-Vinci-Gemälde gehören Museen oder öffentlichen Kunstsammlungen. Das Auktionshaus geht davon aus, dass das Gemälde früher einmal dem englischen Königshaus gehörte.

"Das war ein großer Augenblick für Christie's und ich glaube auch für den Kunstmarkt", sagte der Generaldirektor des Hauses, Guillaume Cerutti.

"Ich hätte niemals für möglich gehalten, ein Gemälde dieses Künstlers hier zu haben", sagte François de Poortere, bei Christie's für die Abteilung Alte Meister verantwortlich. "Es ist sehr schwierig zu sagen, was hier eigentlich passiert ist. Das ist ein außerordentlicher Preis für ein außerordentliches Gemälde. Leonardo hat ganze Generationen inspiriert und tut dies noch heute."

Video: Glomex

Rubriklistenbild: © AFP

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